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Der Landkreis Erlangen-Höchstadt kann sich in diesem Jahr zahlenmäßig sehen lassen: Im November liegt die Arbeitslosenquote bei zwei Prozent. Bei dieser Zahl spricht man bereits von Vollbeschäftigung. Die Pro-Kopf-Verschuldung liegt bei unter 200 Euro und damit 47 Euro unter dem Landesdurchschnitt. Und: Nach jahrelangem Ringen kauft der Landkreis Ende Juni einen Teil des Gossen-Geländes in Erlangen. Hier soll das neue Landratsamt entstehen.
Das Erdbeben in Japan wirft seine Schatten bis in den Landkreis: Die Energiewende ist Thema in jedem Gemeinderat. Beschlüsse für Solaranlagen werden gefasst, Bubenreuth beschließt, komplett auf Ökostrom umzustellen. Die Initiative „Energiewende ER(H)alten“ wird gegründet, Bürger sollen über Genossenschaften an regenerativen Energien beteiligt werden. zum Beispiel in Neunkirchen. Auch eine Folge der Energiewende: Die Regierung von Mittelfranken weist Vorrangflächen für Windkraftanlagen aus, beispielsweise in Eckental. Doch nicht überall ist die Bevölkerung mit Windrädern einverstanden: In Marloffstein regt sich seit dem Herbst heftiger Widerstand. In Kalchreuth hat die Tongrube als möglicher Standort einen Investor auf den Plan gerufen. Womit allerdings der Gemeinderat nicht einverstanden ist. Soll die Tongrube doch zum Naherholungsgebiet ausgebaut werden.
Ebenfalls landkreisweit beschäftigt schnelles Internet die Gemeinden. Während sich unter anderem Marloffstein, Uttenreuth und Heroldsberg mit der Telekom über einen Ausbau einigen, wird in Eckental um jedes MB erbittert gestritten. Eine Lösung ist hier auch zum Jahresende noch nicht in Sicht. Derweil freut sich Bubenreuth bereits über die Aussicht auf 50 MB.
Ein sogar landkreisübergreifendes Thema ist der Hochwasserschutz. Seit vier Jahren beschäftigt er vor allem Baiersdorf, Langensendelbach und Poxdorf. Während Baiersdorf auf neu zu gründenden Zweckverband setzt, haben die kleineren Gemeinden Bedenken. Sie scheuen sich vor allem vor den hohen Kosten, die ein sinnvoller Hochwasserschutz nach sich zieht. Die Diskussion bekommt neue Nahrung, als im Juli aufgrund starker Regenfälle die Schwabach über die Ufer tritt. In Eckental müssen Kühe evakuiert werden, an der Habernhofer Mühle bei Weiher kämpfen 50 Einsatzkräfte gegen die Wassermassen.
Der Ausbau der Kinderbetreuung ist 2011 ein weiteres Thema im gesamten Landkreis. Viele Gemeinden wie beispielsweise Möhrendorf, Eckental und Heroldsberg bauen neue Häuser, anderswo wie in Buckenhof wird aufgestockt.
Auch ein Dauerthema: der geplante Schweinemastbetrieb in Bräuningshof/Langensendelbach. Einem Landwirt wird seit Jahren die Baugenehmigung für selbigen verweigert. Heuer hat der Bauer vor dem Verwaltungsgericht Recht bekommen. Er darf bauen. Gegen dieses Urteil wollen die Gemeinden Berufung einlegen. Das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen.
Ebenso offen ist die Realisierung einer Realschule in Baiersdorf. Zwar hat sich der Kreistag dafür ausgesprochen, die Baiersdorfer Hauptschule zur Realschule umzuwandeln, und die bisherigen Baiersdorfer Schüler nach Poxdorf zu schicken, doch derzeit liegen die Pläne auf Eis. Sehr zur Freude der Hauptschüler, die ihre Schule nicht kampflos aufgeben wollen.
Vorwärts geht es 2011 mit dem alten Ziegeleigelände: Buckenhof tauscht mit Spardorf ein kleines Gebiet, sodass der geplanten Neubebauung nichts mehr im Wege steht. Derzeit laufen die Abrissarbeiten.
Eckental freut sich über die Eröffnung eines Supermarktes in Forth. Viele Jahre war der große Ortsteil ohne Nahversorger. In Brand wird nach einjähriger Sanierung die Grundschule wieder eröffnet und in Forth fällt der Startschuss zur Ortssanierung im Rahmen der Städtebauförderung.
Die Städtebauförderung wird auch Kalchreuth noch viele Jahre beschäftigen. 2011 hat ein Städteplaner die künftige Sanierung in der Ortsmitte ausgearbeitet. Bürger können bereits Anträge auf Zuschüsse zur Sanierung ihrer Privathäuser stellen.
In Heroldsberg werden dringend Sponsoren fürs Weiße Schloss gesucht. So dringend, dass Bürgermeister Johannes Schalwig im Mai medienwirksam sogar selbst zum Malerpinsel greift, um die Werbetrommel zu rühren.
Uttenreuth weiht im Oktober das renovierte Verwaltungsgebäude ein. 600 Quadratmeter mehr, insgesamt 1600 Quadratmeter stehen nun der Verwaltung zur Verfügung.
In Neunkirchen wird nach jahrelangem Ringen endlich der Multifunktionsplatz eingeweiht. Außerdem wagt die Grundschule ein Experiment: Den Kindern wird eine vereinfachte Schreibschrift gelehrt.
Effeltrich und Poxdorf sind, was den Haushalt für das laufende Jahr angeht, das Schlusslicht. Erst im Dezember wird er den Gemeinderäten vorgelegt. In Poxdorf explodieren zudem die Kosten für die Sanierung der Schulturnhalle, und in Effeltrich gärt das Thema Einkaufsmarkt im Zentrum. Eine Bürgerinitiative gründet sich, initiiert ein Bürgerbegehren.
In Kleinsendelbach wird Ende September die Mehrzweckhalle eingeweiht. Rund 1,8 Millionen Euro hat der Umbau der Halle gekostet. Sehr zum Ärger einiger Bürger. Für Ärger sorgt auch die wilde Parkerei rund um die Baggerseen. Bürgermeisterin Gertrud Werner will im kommenden Jahr noch stärker dagegen vorgehen.
