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Montag, 21.01.2019

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Dicker Kugelfisch fordert alle zu Zivilcourage auf

Sonderfonds gegen Armut gibt Menschen eine Chance, die keine mehr haben — Zwei Projekte bieten Hilfe an - 27.01.2011

Pfarrer Johannes Mann wird nicht müde, für das Mutwerk Courage und den Sonderfonds gegen Armut die Werbetrommel zu rühren. © Bernd Böhner


Wie bereits berichtet, wurde das Mutwerk-Projekt im Advent aus der Taufe gehoben und mit Informationsständen und jetzt sogar mit einem Theaterstück „an den Mann gebracht“. Viel Resonanz habe es gegeben, schildert Pfarrer Mann, auch negative, doch die Zustimmung überwiege. „Sogar die etwas zurückhaltenden Schulen kommen jetzt ins Theater“, vermerkt er und freut sich, dass die Sparkasse schwarze Sweatshirts und Einkaufstaschen mit dem orangen Kugelfisch sponsert. Zu bekommen sind die Artikel (Sweatshirt 15 Euro, Sweatshirt mit Kapuze 20 Euro, Tasche 3 Euro) in der Sparkasse am Hugenottenplatz, beim Theater und bei der evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. Besonders erschüttert habe ihn das Ergebnis einer Fragebogenaktion, erklärt Mann. Danach sei Mobbing das größte Problem, das Menschen mit Zivilcourage verbinden. „Um Zivilcourage zu zeigen, braucht es Mut. Mut, der zur Tat wird und nicht wegschaut, wenn andere Menschen bedroht werden und in Gefahr geraten“, meint Mann und hofft, Menschen zu finden, die diesen Mut haben, die im Ernstfall eingreifen oder Hilfe holen und die sich trauen, die Sweatshirts zu tragen. Auch mit Spenden auf das Konto 60032087 bei der Sparkasse Erlangen kann man das Mutwerk unterstützen.

 

Bitte um finanzielle Unterstützung

Um finanzielle Unterstützung bittet Pfarrer Mann auch für den Sonderfonds gegen Armut und Obdachlosigkeit, den die reformierte Kirchengemeinde aufgelegt hat. „In einer reichen Stadt wie Erlangen müssen die Vermögenden auch Verantwortung übernehmen“, fordert der Geistliche und weist darauf hin, dass am schlimmsten immer die Kinder betroffen sind, wenn das Abgleiten in die endgültige Armut droht. Der Fonds sei aber nicht zur Entlastung des städtischen Haushalts gedacht: „Wenn die Hilfen, die das Sozialamt bieten kann, ausgeschöpft sind, dann helfen wir unbürokratisch. Der Fokus liegt hier auf Menschen, die von Zwangsräumung bedroht sind, denn aus einer Privatinsolvenz kommt man für mindestens sieben Jahre nicht mehr heraus.“ Derzeit umfasst der Fonds magere 12000 Euro. Wer helfen will, ihn aufzustocken, spendet auf das Konto 60032094 der Sparkasse Erlangen. 

Christiane Benesch Lokalredaktion Erlangen

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