Donnerstag, 13.12.2018

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"Die Gräfenbergbahn soll endlich zuverlässig fahren"

Unterschriften werden an die Staatsregierung übergeben — Bürgermeister, Schulleiter und Elternbeiräte fordern Verbesserungen - 08.12.2018 13:15 Uhr

Einen Höhepunkt hat der Unmut über die Gräfenbergbahn erreicht. In diesem Jahr habe es besonders viele Zugausfälle und Pannen gegeben, beklagen Eltern, Schulleiter und die Vertreter der Gemeinden. © Rolf Riedel


Vom Elternbeirat des Gymnasiums Eckental wurden jetzt Unterschriften gesammelt mit der Forderung, die Situation für Schüler und Fahrgäste der Gräfenbergbahn zu verbessern. Wie Karen Scott-Leuteritz vom Elternbeirat mitteilte, haben sich bereits 900 Bürger eingetragen. Die Listen nehmen die Bürgermeister zu einer Besprechung mit Innenminister Joachim Hermann nach München mit, der sie dann an den zuständigen Verkehrsminister Hans Reichhart weitergeben wird.

Beim Termin in München nehmen Bürgermeisterin Ilse Dölle (Eckental) sowie die Bürgermeister Johannes Schalwig (Heroldsberg), Herbert Saft (Kalchreuth) und Hans-Jürgen Nekolla (Gräfenberg) teil. Anwesend werden auch die Vertreter der Deutschen Bahn und der Bayerischen Eisenbahngesellschaft als Auftraggeber für die Strecke sein.

Der Unmut über die Gräfenbergbahn nimmt immer mehr zu. Elternbeiräte bemängeln — wie ausführlich berichtet — insbesondere die vielen Verspätungen und Zugausfälle sowie die technischen Störungen. Was ganz besonders kritisiert wird, ist, dass über die Störungen, ihre Dauer und Ursachen von der Bahn unzureichend oder gar nicht informiert wird — weder am Bahnsteig noch im Internet oder über die DB-Streckenagent-App.

Ein Schienenersatzverkehr wird nur unregelmäßig bereitgestellt, und falls Ersatzbusse fahren, reichen sie oft für die große Anzahl an Fahrgästen besonders in Stoßzeiten, wenn mit der Bahn die Pendler und Schüler gleichzeitig fahren müssen, nicht aus. Häufig werden dann Fahrgäste an den Haltestellen einfach stehen gelassen weil die Busse überfüllt sind. Auch könnten dann die Sicherheitsvorschriften für die Beförderung nicht eingehalten werden, heißt es im Schreiben an den Minister.

Gemeinsam für ein Ende der „Pannen-Bahn“: Die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden, die Schulleiter und die Elternbeiräte hoffen auf Unterstützung durch die Bürger, um mit einer Unterschriftenaktion möglichst zügig Verbesserungen bei der Gräfenbergbahn zu erreichen. © Ernst Bayerlein


Wenn die Kinder nicht pünktlich zum Unterricht kommen, leidet auch der Unterricht. "Die Situation ist für die Schüler, Eltern und Lehrkräfte des Gymnasiums Eckental nicht länger duldbar", stellte Schulleiter Burkard Eichelsbacher fest. Unterstützt wird er von Rektor Gerhard Mayer von der Mittelschule Eckental und vom Elternbeirat Andreas Aschenbrenner von der Staatlichen Realschule Gräfenberg sowie von drei Nürnberger Schulen, wo Kinder aus den Gemeinden den Unterricht besuchen.

Schulbusse als Alternative

Was die Anzahl der Zugausfälle und Pannen bei der Gräfenbergbahn angeht, werde dieses Jahr in die Geschichte eingehen, so die Elternbeiräte und Schulleiter. Jetzt werden konkrete Forderungen gestellt: Die zeitnahe Beseitigung aller Schäden, Mängel und Schwachstellen entlang der Bahnstrecke, die Verbesserung des Informationsverhalten der DB, die sofortige Bereitstellung von ausreichend vielen Bussen bei Zugausfällen oder — falls dies nicht erfüllt werden kann — den Einsatz von Schulbussen für die Beförderung der Kinder.

Zeitgleich zur Unterschriftenaktion des Elternbeirates läuft bekanntlich auch eine Petition an den Bayerischen Landtag. Damit wird eine Generalsanierung, Elektrifizierung und der weitere Ausbau der gesamten Gräfenbergbahn gefordert. Bisher haben sich 3315 Personen eingetragen, angestrebt werden 5000 Unterschriften. Weitere Einzelheiten dazu im Internet unter "Petition Gräfenbergbahn".ERNST BAYERLEIN 

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