Die je betroffenen zehn Duschen in der Männer- und Frauenumkleide im Hallenbad sind neu und erst seit kurzem in Betrieb. Anders sieht es bei der dreijährigen Chlordioxid-Anlage aus, die das Leitungswasser im Bad chlort: Diese ist kaputt gegangen. Und das war offensichtlich, so Joseph Dutzel, technischer Leiter des Röthelheimbads, der Grund dafür, dass im Wasser einiger Duschköpfe Legionellen festgestellt wurden. Eine mobile Chlor-Anlage ersetzt gegenwärtig die defekte.
Alle vier Wochen werden routinemäßig Proben von dem Wasser genommen, erläutert Stadtwerke-Laborleiter Marko Schmitt, so auch am
26. August. Diese werden dann im Labor untersucht, was in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsamt geschieht. Auf diese Weise waren auch die erhöhten Werte im Duschwasser der Stockbauer-Halle festgestellt worden, die zur vorübergehenden Sperrung der Duschen führten.
Da für den Nachweis von Legionellen aber ein Kultivierungsverfahren nötig ist, dessen Ergebnis erst nach sechs bis zehn Tagen vorliegt, habe man erst jetzt reagieren können. Wie der promovierte Lebensmittelchemiker Schmitt weiter erläutert, können Legionellen die gefährliche Legionärskrankheit auslösen. Diese könne für immunschwache und alte Menschen durchaus tödlich enden, wenn Bakterien über Wassertröpfchen in die Lunge gelangen.
100 festgestellte Keime pro 100 Milliliter untersuchten Wassers seien akzeptabel, erste Maßnahmen müsse man bei 1000 Keimen einleiten, ab 10000 Keimen sei eine Sperre des entsprechenden Bereiches unbedingt notwendig. Dieser Wert, so Schmitt, sei an einzelnen Duschköpfen überschritten gewesen. Weshalb nur gewisse Partien betroffen sind, sei unklar; zumal jeden Morgen das komplette System desinfiziert wird.
Nun wird das gesamte Rohrleitungsnetz gereinigt und desinfiziert. Damit wurde eine Fachfirma beauftragt, die bereits die ganze vergangene Nacht damit beschäftigt war; eine Mitarbeiterin des Gesundheitsamtes überwachte die Arbeiten. Bereits morgen, so Stadtwerke-Sprecher Helmut Kandra, können die Duschen wieder geöffnet werden.
