„Die 800 Quadratmeter große Dachfläche ist in desolatem Zustand“, fasst der Jugendleiter der DJK Erlangen, Peter Scherneck, die Situation zusammen. Eine erste grobe Schätzung ergab einen Investitionsbedarf von 120000 Euro um das Dach zu sanieren. Auch die Sanitäranlagen stammen teils noch aus den 70er Jahren, wie das Gebäude selbst und bedürfen einer Runderneuerung.
Die Stadt Erlangen kürzte über Jahre die Zuschüsse an den Verein. Dringende Sanierungsmaßnahmen konnten deswegen nicht durchgeführt werden, so die DJK Erlangen.
Und so versuchen die Vereinsmitglieder sich selbst zu helfen. Mit mäßigem Erfolg. Die „Flickschusterei“, wie es Peter Scherneck selbst nennt, ist weithin sichtbar. Die freiwilligen Helfer kommen mit ihren notdürftigen Reparaturen kaum hinterher. Immer wieder reißt der Wind neue Löcher in das alte Dach.
„Der Sommer ist vorbei“, sorgt sich der DJK-ler vor allem um seine über 250 Jugendlichen. „Wie soll man Jugendarbeit machen, wenn man Angst hat, dass es in die (Umkleide-)Kabinen reinregnet und -schneit.“
Eine Spendenaktion hat bisher ungefähr 5000 Euro eingebracht. Bei den mindestens 120000 Euro, die alleine für die Arbeiten am Dach benötigt werden, ein verschwindend geringer Betrag. Der Großteil der Spenden kam von zwei Erlanger Baufirmen und den Mitgliedern.
Das idyllisch am Alterlanger See gelegene Sportareal ist bei schönem Wetter ein beliebtes Ausflugslokal bei Radfahrern und Spaziergängern im Regnitzgrund. „Es wäre schade, wenn das über kurz oder lang nicht mehr genutzt werden könnte“, so Peter Scherneck.
Das 45000 Quadratmeter große Sportgelände hat eine bewegte Geschichte hinter sich. Der ehemals katholisch geprägte Verein, gründete 1921 die Ortsgruppe in Erlangen. Vor 81 Jahren erwarb der Verein das noch heutige Vereinsgrundstück. Fünf Jahre später, 1934, kam jedoch das jähe „Aus“ für den Verein. Die Nazis verhängten ein Sportverbot über alle christlichen Jugendverbände, somit auch über die DJK.
Durch einen klugen Schachzug des damaligen Vereinspräsidenten, konnte das Grundstück vor dem Zugriff der Nationalsozialisten geschützt werden. Er „verkaufte“ die gesamte Sportanlage an die Baumwollspinnerei. Ein geheimer Zusatz regelte die Rückgabe „wenn sich die Verhätnisse ändern“.
Im Juli 1951 erfolgte die Wiedergründung des Vereins auf dem alten Sportgelände im Wiesengrund.
Durch die Spendenaktion soll das nötige Geld für die Sanierungsmaßnahmen gesammelt werden und der Fortbestand der Kinder- und Jugendarbeit gesichert werden. Im nächsten Juli feiert der Verein sein 90-jähriges Bestehen.
