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Von Jugend an hat René Selke seinen Bewegungsdrang im Sport ausgelebt. Fußball, Schwimmen, Handball und Tennis standen ganz oben in seiner Beliebtheitsskala und nur durch die Schule hat er seine Motorik auf Handball und Tennis konzentrieren müssen. Im Handball hatte er mit seinen 1,94m sowohl im Tor wie auch außen viele Spielanteile bis er sich dem Rat seines Jugendleiters folgend ganz auf die Torhüteraufgabe konzentrierte – mit großem Erfolg.
Sein Verein, der VfL Tegel, hatte eine starke Jugendarbeit, scheiterte aber drei Mal in Folge vor der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft an der Jugend des SC Magdeburg. Der TVB Lemgo, amtierender deutscher Meister, nahm Selke 2003 unter Vertrag und unterstützte ihn beim Abschluss seines Abiturs, was in einem anderen Bundesland einiges an Umstellungen bedeutete. Er schaffte den Abschluss mit Erfolg und er schaffte auch den Sprung in die Junioren-Nationalmannschaft, die vom heutigen Bundestrainer Martin Heuberger betreut wurde. Mit ihr wurde er im gleichen Jahr in Riga gegen Dänemark überraschend Europameister. Unter den Zuschauern war auch sein heutiger Trainer Frank Bergemann.
Das Angebot von Lemgo war für ihn eine große Herausforderung. Natürlich war er auch stolz, denn schließlich hatten die Westfalen die komplette deutsche Nationalmannschaft unter Vertrag. Er konnte sich gut weiterentwickeln. Die Einsatzzeiten waren naturgemäß nicht sehr hoch. Doch über ein Doppelspielrecht in der 2. Bundesliga Nord holte er sich die nötige Spielpraxis. Nicht ganz einfach war es, die doppelten Trainingseinheiten zeitgerecht zu meistern.
Nach dem WM-Titel der Deutschen Nationalmannschaft 2007 baute der TVB Lemgo seinen Kader komplett um und nach vier Jahren galt es für den Berliner einen neuen Verein zu finden. Der HSC 2000 Coburg war gerade mit Bravour in die 2. Bundesliga aufgestiegen. Selkes Spielervermittler überzeugte ihn von dem Wechsel nach Franken und auch in Coburg war er vier Jahre im Einsatz.
Sein dritter Wechsel kam ganz anders zu Stande: Der HCE suchte zusätzlich zu dem talentierten Max Deussen noch einem erfahrenen Torhüter. Die Erlanger hatten René Selke im Visier, der aber noch unter Vertrag stand und diesen auch erfüllen wollte. Doch die Überredungskunst einiger ehemaliger Spieler und die positiven Schilderungen von Ex-HCE-Spieler Sebastian Kirchner brachten den Sonnyboy auf den Geschmack. Die Coburger, momentan auf einem vorderen Platz in der 3. Liga, erteilten ihm ohne Probleme die Freigabe.
Der Teamplayer und BWL-Fernstudent ist voll des Lobes über seinen neuen Verein. Die mannschaftliche Geschlossenheit, die gesamte Vorbereitungszeit, das Management mit seiner Hilfe beim Umzug und bei der Arbeitsbeschaffung für seine Lebensgefährtin und die Trainingsgestaltung und das Anforderungsprofil kommen seinen Vorstellungen sehr entgegen.
Natürlich ist da die Herausforderung mit einem bärenstarken Andy Bayerschmidt im Tor. Das war ihm von vornherein klar, so Selke. Aber er werde sich stets durch seine Trainingsleistungen anbieten. Und dann gibt es in Erlangen ja auch einen eigenen Torwarttrainer, den der von klaren Vorstellungen geprägte Sportler in Coburg ohne Erfolg immer wieder gefordert hatte. Uli Wichmann macht laut Selke eine super Arbeit. Er gehe voll auf die individuellen Vorstellungen seiner Schützlinge ein. Schnelligkeit. Reaktionsfähigkeit aber auch Gelenkigkeit und Wurftechnik werden gezielt angegangen. Es ist weit mehr als ein Wurf- oder ein Spieltraining und durch das Zusammenführen aller Torhüter bis hin in den Nachwuchsbereich überaus zielführend.
Trainer Frank Bergemann sieht die Sinnhaftigkeit dieser Einrichtung und ist mit der Einstellung und der Teamfähigkeit von René Selke hoch zufrieden. Das gute Wechselspiel mit einem in Hochform befindlichen Andy Bayerschmidt, der seinem Torwartkollegen ein riesiges Kompliment ausspricht, und die stets gute Laune tragen viel zur Gesamtstimmung bei. Gerade bei Auswärtsspielen kommt diese immer mehr zum Tragen und hat einen starken Anteil an der momentanen HC-Erfolgsgeschichte. Und dann gibt es auch noch die erfolgreichen Siebenmeterparaden von René Selke, die zuletzt in Korschenbroich zu sehen waren. Seine guten Trainingsleistungen werden vom Coach mit Genugtuung wahrgenommen, der seinem Torwart wünscht, dass er dies im Spiel unter Beweis stellen kann.
