|
Anmeldung
Diese Funktion steht nur registrierten Usern zur Verfügung.
Loggen Sie sich bitte hier ein oder registrieren Sie sich kostenlos! |
![]() |
Passwort vergessen
Wenn Sie Ihr Passwort vergessen haben können Sie hier ein neues Passwort anfordern. Geben Sie bitte hierzu Ihre E-Mail-Adresse ein!
|
„Erlangen ist im Grunde ein Dorf“, schreibt ein Anwohner des Lorlebergplatzes, „aber dafür habe ich meinen Bäcker gleich um die Tür“, und ein anderer fügt an: „Mein Stammtisch ist ganz in der Nähe.“
Eine siebenköpfige Gruppe Studierender des Masterstudiengangs Kulturgeographie versuchte im Wintersemester 2011/12 unter Leitung von Prof. Fred Krüger, den Fragen auf den Grund zu gehen, wie (und ob) rund um den Platz die „Stadt“ ge- und erlebt wird. Wie sehen Anwohnerinnen und Anwohner den Platz und die Straßenräume, in welchem Verhältnis stehen Alltag und Platz, welche Ideen der Aneignung und Ausgestaltung gibt es?
Diesen Fragen ging die Gruppe seit Ende November „explorativ“ auf den Grund – explorativ deswegen, weil sie den Platz selbst „erlaufen“ und „erfahren“, explorativ heißt aber auch, dass die Studentinnen und Studenten die Anwohner des Lorlebergplatzes befragten und aus diesen Interviews eigene Erkenntnisse gewannen oder sie mit diesen kombinierten.
Bei der Präsentation der Studie im Kunstpalais – mit dessen Ausstellung „Otto Herbert Hajek: Keimzelle Erlangen“ korrelierte die Präsentation aufs Schönste – gab es ein interessiertes Publikum, das eigene Erfahrungen mit Stadt-Räumen gemacht hat.
Die Studierenden hatten drei grundsätzliche Fragestellungen zum Ausgangspunkt ihrer Erkundungen gemacht: Wie sieht die Geschichte des Platzes aus, kann der Platz mit seiner Vielzahl an Nutzungen überhaupt als urbaner Raum wahrgenommen werden, und wie wirkt der Platz auf das subjektive Empfingen der Anwohner?
Zumindest die letzte Fragestellung fand pointierte Antworten: „Der Baustil liegt irgendwo zwischen gepflegt und traditionell“, urteilt da einer der Befragten; andere, die sich am „chaotischen Verkehr“ stoßen, kritisieren den „falschen“ Kreisverkehr (der Lorlebergplatz wird trotz seines Kreisverkehrs wie eine Kreuzung mit Rechts-vor-Links-Regelung behandelt) und attestieren Auto- wie Radfahrern, sie führen „undiszipliniert und unberechenbar“. Es gab jedenfalls eine bunte Palette an Einschätzungen und Urteilen“, sagen Annika Zeddel und Cosima Werner, die die Studien im Kunstpalais, garniert mit viele Abbildungen und Grafiken, vorstellten.
Dass der Ende des 19. Jahrhunderts im Neorenaissance-Stil gebaute Platz am Ende der Universitätsstraße mehr sein könnte als eine Verkehrsdrehscheibe und der Namensträger jenes Kampfkommandanten, der Erlangen vor der Zerstörung rettete, wird bei Festlichkeiten deutlich. Da wird der Platz tatsächlich zum Platz mit Platz für seine Anwohner. Die angrenzenden Nutzungen durch die Gastronomie verweisen darauf: Aus dem Lorlebergplatz könnte tatsächlich noch etwas werden.
