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Herr Habermann, beim Finalturnier in Gräfenberg waren heuer Bezirksligisten die großen Favoriten. Warum fehlten die Zugpferde aus BOL, Landes- oder Bayernliga?
Max Habermann: Zum einen, denke ich, wollten sich einige Mannschaften aufgrund der Qualifikationssaison auf dem Feld schonen. Sie haben daher nicht ihre besten Teams ins Rennen geschickt. Zum anderen haben die Favoriten, wie zum Beispiel der Titelverteidiger TV Erlangen, die unterklassigen Gegner vielleicht ein wenig unterschätzt, doch auch Kreisligisten haben vier, fünf gute Hallenspieler dabei. Aber es stimmt: Dass gar kein Team oberhalb der Bezirksliga dabei war, ist schon extrem.
Hat die Hallenkreismeisterschaft an Stellenwert verloren?
Habermann: Jein. Die Vereine sind nach wie vor interessiert, das zeigen die nahezu gleichbleibenden Anmeldezahlen. Das Zuschauerinteresse ist der Punkt, das hat nachgelassen. Das hat aber viele Gründe, für die die Kreismeisterschaft gar nichts kann.
Zum Beispiel?
Habermann: Es gibt viel mehr Hallenturniere insgesamt. Zu allem Überfluss, wie der hochkarätig besetzte Sparkassen-Cup Jahn Forchheims, überschneiden die sich dann teils mit unseren Turnieren. Zum anderen muss man die Zuschauer verstehen: Irgendwann lässt das Interesse nach und irgendwann wird es auch einfach zu teuer, zu diesem und jenem Turnier auch noch zu gehen. Überall zahlt man ja schließlich Eintritt...
...der für das Kreisfinale extra von Ihnen auf zwei, bzw. drei Euro reduziert wurde. Kamen nicht auch weniger Leute, weil ein Turnier ohne höherklassige Vereine nicht interessiert?
Habermann: Ja, sicher. Auch, dass wir in Gräfenberg gespielt haben, ist sicher ein Grund. Erlangen oder Baiersdorf liegt einfach zentraler. Aber ich bleibe dabei, dass wir die Finalorte durchwechseln. Nächstes Jahr wird es vielleicht Adelsdorf oder Erlangen treffen, Gräfenberg erst wieder in sieben, acht Jahren.
Merken Sie die fehlenden Zuschauer im Turnier-Geldbeutel?
Habermann: Ja, es kamen schließlich etwa zehn Prozent weniger als letztes Jahr. 600 Zuschauer waren es noch in Baiersdorf, heuer in Gräfenberg am Finaltag insgesamt vielleicht 400. Die Gründe dafür habe ich aber ja bereits genannt, die sind auch nachvollziehbar.
Gibt es Ideen, wie man die Begeisterung in Sachen Kreismeisterschaft wieder zurückgewinnen kann?
Habermann: Ach, vielmehr kann man doch gar nicht machen. Mit der VGN, Lotto Bayern, Sport Rühl und Schmetterling Reisen, den vier Hauptsponsoren, haben wir attraktive Preise, auch für Zuschauer, im Wert von 2000 Euro allein am Finaltag. Ich denke, wir müssen erst einmal wieder in zentraler gelegene Orte gehen.
Müssen die Startgebühren erhöht werden?
Habermann: Wenn die Hallengebühren nicht weiter erhöht werden, dann nicht. Die sind seit Jahren viel zu hoch. Heuer konnte ich erstmals auch keine Gelder mehr an die Finalturnierstarter ausschütten, die haben letztes Jahr noch 75 Euro pro Team bekommen. Wie es aussieht, werden wir heuer eine tiefrote Null schreiben.
Vergangene Saison hatten Sie angekündigt, es müsse 2011/2012 eine Futsal-Meisterschaft stattfinden. Nun gab es wieder keine – haben Sie sich von diesen Plänen verabschiedet?
Habermann: Nein, ich kriege ja jedes Jahr die Auflage vom Verband, Futsal auszurichten. Wenn sich aber, wie heuer, nur drei Mannschaften anmelden, geht das nicht. Ich will es nochmal ansprechen und die höherklassigen Vereine massiv in die Pflicht nehmen. Nur: Viele Vereine brauchen erst einmal einen Regelabend in Sachen Futsal. Ich übrigens auch.
