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„Wir haben schon ein paar E-Mails bekommen“, erzählt Matthias Batz, Betriebsleiter im Bereich Bäder bei den Erlanger Stadtwerken. Seit Monatsbeginn öffnet die Sauna im Frankenhof unter der Woche und am Samstag später ihre Pforten, während die Schlusszeiten gleich geblieben sind.
Das bedeutet im Einzelnen, dass am Montag von 16 bis 19 Uhr (bisher 13 bis 19 Uhr) sauniert werden kann. Dienstags, donnerstags und freitags öffnet die Frankenhof-Sauna künftig erst um 15 Uhr (zuvor 12 Uhr) ihre Pforten bis 21 Uhr; am Mittwoch von 14 bis 21 Uhr (vorher 13 bis 21 Uhr).
Am auffälligsten wirkt die Öffnungszeitenänderung am Samstag: Konnte man bisher schon morgens um 8 Uhr das Saunavergnügen genießen, macht die Sauna nun erst um 12 Uhr auf und — wie gewohnt — um 20 Uhr wieder zu.
Gleich geblieben sind die Öffnungszeiten am Sonntag (9 bis 14 Uhr).
Laut Auskunft von Matthias Batz spiegeln die neuen Öffnungszeiten die Auslastung der Sauna wider. „Die frühe Öffnung am Samstag wurde nur ganz vereinzelt genutzt. Auch wochentags kamen zum Teil am frühen Nachmittag nur vier oder fünf Saunagäste“, berichtet Batz. Die Stadtwerke müssten auch ihre Bäder „betriebswirtschaftlich vernünftig betreiben“, betont Batz, daher sei man um eine „effektivere Gestaltung“ der Öffnungszeiten mittelfristig nicht herum gekommen.
Das Argument, dass neue Erlebnisbäder wie das Forchheimer Königsbad attraktivere Sauna-Angebote hätten und die Kunden deshalb abwandern würden, lässt Matthias Batz nicht gelten: „Im Königsbad wird die Sauna außer am Dienstag unter der Woche grundsätzlich erst um 16 Uhr geöffnet, dienstags und am Wochenende um 10 Uhr und hat dann bis 22 Uhr offen — so groß ist der Unterschied nicht“, meint Batz.
Verärgert sei gemessen an den derzeitigen Reaktionen nicht das Gros der Saunabenutzer, sondern nur einzelne Gäste, die ihre gewohnten Öffnungszeiten vermissen. „Danach können wir uns aber bei einer Umstrukturierung nicht richten“, so Batz.
Dem widerspricht ein weiblicher Sauna-Dauergast. Die Erlangerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, erzählt, dass unter den Stammgästen „große Aufregung herrscht“. Im Frankenhof habe es die Stadt in den letzten Jahren „an Investitionen fehlen“ lassen.
„Wenn man nun alles auf noch weniger Stunden zusammenquetscht, ist die Sauna bei nur acht Liegen schnell überfüllt“, fürchtet die sichtlich „angefressene“ Frau und äußert die Vermutung, dass der schleichende Attraktivitätsverlust mittelfristig zu einer Schließung des Frankenhofs führen könnte: „Immer mehr gehen nach Forchheim, weil das Königsbad in jeder Hinsicht schöner ist“.
Die Frankenhof-Sauna soll künftig durch Sonderaktionen attraktiver werden: An jedem letzten Mittwoch des Monats heißt es ab 29. Februar „Ladies Night" in der Damensauna. Von 19 bis 22 Uhr sollen verschiedene Specials weibliche Saunagäste locken — von Salzpeeling über Kräuter- und Früchtetees bis zu besonderen Körperölen. Freitags ab 18 Uhr steht ab sofort „Aufgusssauna nach finnischer Art“ auf dem Programm. „Der Erlebnischarakter soll künftig stärker im Vordergrund stehen“, sagt Matthias Batz.
Zudem seien, so versichert Batz, die neuen Zeiten „nicht in alle Ewigkeit zementiert“. Wenn der gemessene Bedarf ein anderes Bild zeige, könnten sie „jederzeit wieder geändert werden“, verspricht der Betriebsleiter.
Für die Stammgäste reichen diese „Lippenbekenntnisse“ freilich nicht aus, auch beim Umbau des Röthelheim-Bades sei eine Chance vertan worden, ein weiteres Sauna-Angebot auf die Beine zu stellen: „Die Sauna- und Bäderkultur boomt, nur die Stadt Erlangen kriegt das nicht mit“, schimpft der Sauna-Dauergast.
