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Momentan müssen die Spezialisten im Durchschnitt einmal pro Tag ausrücken — und es kann noch schlimmer kommen.
Karl Schmeißer aus der Häuslinger Straße in Büchenbach traute seinen Augen nicht. Da schoss plötzlich in seinem Vorgarten eine 50 Zentimeter hohe Wasserfontäne aus dem gefrorenen Boden.
Das Nass, das nicht gleich zu Eis erstarrte, floss durch den abschüssigen Garten und dann in den hinter dem Grundstück vorbeilaufenden Bimbach. Dabei hinterließ es eisige Spuren. Wenig später quoll das Wasser auch noch aus dem Gehweg vorm Haus, und da war klar: Der Frost hatte die Hauptleitung gesprengt.
Die Mitarbeiter der Stadtwerke, sagt Schmeißer, seien schnell zur Stelle gewesen und schlossen die Hauptleitung. Allerdings mit dem Ergebnis, dass die Anwohner der Häuslinger Straße kein Wasser mehr hatten. Das war nachmittags gegen 16 Uhr.
Wenig später rückte der Rohrnetzmeister Roland Kreiner mit seinem Team an, um das geborstene Rohr freizulegen. Das war echte Knochenarbeit, denn der Bagger konnte nichts ausrichten, weil der Boden fast 80 Zentimeter tief steinhart gefroren war. Mit Presslufthämmern mussten die Männer ihm zu Leibe rücken.
Als sie dann die Frostgrenze erreicht hatten, waren andere Versorgungs- und Stromleitungen im Weg, so dass bei eisiger Kälte weiter per Hand im Schlamm nach dem Rohr gebuddelt werden musste. Mit einer Pumpe wurde zwar versucht, die Grube so weit wie möglich trockenzulegen, aber das gelang nur langsam, weil das Gerät immer wieder durch Eis und Sand verstopfte.
Erst spät in der Nacht war die Arbeit geschafft, konnte eine Manschette um das zehn Zentimeter dicke Rohr gelegt und der Riss abgedichtet werden. Wie Rohrnetzmeister Kreiner sagt, sei diese Arbeit inzwischen schon Routine, weil es täglich vorkomme, dass ein Wasserrohr durch den Frost berste. Auch eingefrorene Wasseruhren in den Kellern müssten seine Leute immer wieder auswechseln. Er appelliert darum an die Hausbesitzer, darauf zu achten, dass bei diesen tiefen Temperaturen die Kellerfenster geschlossen sind, damit das nicht passieren kann.
Jetzt graut ihm davor, dass irgendwann Tauwetter einsetzt. Dann nämlich erst, so ist seine Erfahrung, werden alle Frostschäden an den Rohren sichtbar, dringt unter Umständen an vielen Orten im Stadtgebiet gleichzeitig Wasser aus Gehsteigen und Straßendecken. Aber darauf sind die Stadtwerke vorbereitet.
