Montag, 24.09.2018

|

ERH schlägt Alarm

Neue App des Landkreises für kurzfristige Warnungen - 23.08.2018 11:00 Uhr

Legen Wert auf schnelle, aber seriöse Informationen bei plötzlichen Ereignissen: Landrat Alexander Tritthart (links) und Kreisbrandinspektor Stefan Brunner erläuterten die wichtigsten Funktionen der kostenlosen App. © Fotos: Harald Sippel


Landrat Alexander Tritthart hob bei der Präsentation des Dienstes hervor, dass es das Ziel sei, vor allem seriöse und zuverlässige Informationen zur Verfügung zu stellen. Leider würden nicht zuletzt über die sozialen Medien oft Fotos und Texte verbreitet, bei denen die Sensation im Vordergrund stehe und auch zu befürchten sei, dass unnötig Panik verbreitet werde. Bei der App "ERH" hingegen geben die Polizei, die Feuerwehren und das Landratsamt gesicherte Hinweise, was im Einzelfall passiert ist und was es zu beachten gibt.

Kreisbrandinspektor Stefan Brunner erinnerte daran, dass in der Vergangenheit oft nur die Möglichkeit bestand, über Sirenen die Bürger zu alarmieren. Auch Telefonketten seien sehr zeitaufwendig, betonte Hannah Reuter, die Pressesprecherin des Landratsamtes. Nicht immer könne man die Betroffenen hierüber rasch erreichen.

Entwickelt wurde unter dem Namen "Biwapp" auch eine schlanke Variante der App beispielsweise für Pendler, Touristen und Landkreisbewohner, denen es allein auf schnelle Warnungen ankommt. Hier laufen auch die Meldungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, des Deutschen Wetterdienstes und der Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes ein.

Die erweiterte Form enthält dann zusätzliche Service-Elemente. Hierzu zählen unter anderem Tipps zu Veranstaltungen und Freizeitaktivitäten oder Meldungen zum öffentlichen Nahverkehr bzw. zur Verschiebung von Terminen der Müllabfuhr.

Dabei werde freilich Wert darauf gelegt, dass die Übersichtlichkeit nicht verloren geht, stellte Landrat Tritthart heraus. Für ihn ist es wichtig, dass Fachkräfte der Bevölkerung Hinweise zum richtigen Verhalten geben. Als einen Fall aus der Praxis nannte er die Rauchentwicklung nach dem Brand einer Lagerhalle in einem Gewerbegebiet mit der Empfehlung, Fenster und Türen im Umkreis geschlossen zu halten.

Laut Kreisbrandinspektor Brunner können die Polizei und Feuerwehren viel besser als Betroffene einschätzen, wie lange mit Beeinträchtigungen zu rechnen ist: "Wenn sich ein Stau wahrscheinlich in zehn Minuten auflöst, macht es wenig Sinn, noch eine Eilmeldung herauszugeben."

Umgekehrt ist es für Eltern und Kinder eine große Hilfe, wenn das Landratsamt über die App noch am frühen Morgen weitergeben kann, dass wegen eines Wasserrohrbruchs kein Unterricht möglich ist. Über Seuchen auch für Tiere werden ebenfalls nähere Erläuterungen gegeben, was zu berücksichtigen ist.

Ein zentrales Element bildet weiterhin der Notfall-Button mit den Nummern der Polizei und der Feuerwehr. Auf zehn Meter genau lassen sich auch die Geodaten über den jeweiligen Standort übermitteln. "Manchmal dauerte es bislang Stunden, bis jemand in Landstrichen mit wenig Orientierungspunkten wie einem ausgedehnten Waldgebiet gefunden wurde", so Brunner.

Eine Push-Benachrichtigung garantiert, dass man im Ernstfall umgehend auf dem Laufenden ist. Tritthart: "Wir hoffen alle, von tatsächlichen Katastrophen verschont zu bleiben, doch ausschließen kann man das nie."

Herunterladen lassen sich die App "ERH" und die abgespeckte Version "Biwapp" über den "Google Play Store" für Android- und über den "AppStore" für iOS-Systeme. Sie ist im Internet auch auf der Seite https://biwapp.de/erlangen-hoechstadt/de zu erreichen. SCOTT JOHNSTON 

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Erlangen, Herzogenaurach, Eckental