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Donnerstag, 21.03.2019

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Erlangen: Äthiopier noch immer im Kirchenasyl

Selbst Einsatz von Minister Herrmann hilft bisher nicht - 06.01.2019 15:00 Uhr

Kirchenasyl © Axel Heimken/Illustration (dpa)


Der Fall des äthiopischen Flüchtlingspaares Same M. und Kassech G. entwickelt sich mehr und mehr zur "never ending story". Zur Erinnerung: Die zwei leben seit August 2017 in dem zu einer Wohnung umfunktionierten Bürozimmer der evangelischen St. Matthäus-Kirche in Erlangen. Die Regierung von Mittelfranken zögert seit Monaten eine Unterschrift hinaus, die die zwei für eine sogenannte Umverteilung von Ober- nach Mittelfranken (Erlangen) brauchen.

Obwohl sich gerade einmal vier Tage nach Erscheinen eines EN-Artikels über die zwei im Kirchenasyl befindlichen Asylbewerber sogar Bayerns CSU-Innenminister Joachim Herrmann (mündlich) und sein Ressort (schriftlich) der Angelegenheit angenommen hatten, gibt es von der Regierungsaufnahmestelle für Asylbewerber Mittelfranken noch immer keinen Zuweisungsbescheid.

Anruf vom Minister

"Das kann ich nicht glauben", empört sich die Sprecherin des Kirchenasyl-Helferkreises, Ingrid Kagermeier, über das weitere, wie sie sagt, "Zeit-Schikane-Spiel" der Behörde.

Am 19. Dezember rief der in Erlangen lebende Minister Herrmann persönlich bei ihr an. "Er sagte, dass die zuständige Behörde jetzt über den Antrag auf Umverteilung entscheidet." Allein den Anruf wertete Kagermeier bereits als "deutliches Zeichen", dass jetzt in die Sache Bewegung kommt. Bei dem Gespräch habe er zugleich signalisiert, dass "nichts dagegen spricht, dass die zwei in Erlangen bleiben."

Zugleich erhielt die Flüchtlingshelferin am selben Tag ganz offiziell ein Schreiben aus dem Innenministerium, das der Redaktion vorliegt. Darin heißt es: "(. . .), so dass die Regierung von Mittelfranken nunmehr über den Antrag auf Umverteilung entscheiden wird."

Doch für die Bezirksregierung von Mittelfranken, die der Staatsregierung immerhin untersteht, spielen Herrmanns Einsatz und der Brief aus München wohl keine Rolle. Die Behörde, so heißt es am 27. Dezember in einem Brief, der den EN ebenfalls vorliegt, könne "erst nach Durchführung des Abstimmungsverfahrens" mit dem Innenministerium über den Antrag entscheiden.

"Das ist wirklich unverschämt", ärgert sich Kagermeier, "der Regierungsamtsrätin ist es egal, was der zuständige Minister sagt. " 

SHARON CHAFFIN

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