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Erlangen: Die Last mit Pollen, Hausstaub und Co.

Über 500 Besucher kamen am Samstag zur Langen Nacht der Allergie ins Universitätsklinikum - 05.09.2016 06:30 Uhr

Großes Interesse: Rund 500 Besucher kamen zur Neuauflage der Langen Nacht der Allergie ins Uni-Klinikum. © Foto: privat


„Allergie ist keine Lifestyle-Erkrankung“, betont Prof. Vera Mahler gleich zu Beginn der Langen Nacht der Allergie im Uni-Klinikum. Wie umfassend dieses Leiden tatsächlich ist, wie viele verschiedene Ausführungen, Symptome sowie Diagnostik- und Therapiemöglichkeiten die Allergie hat, das verriet allein schon das Vortragsprogramm des Abends, mit insgesamt 18 Vorlesungen.

Allergien sind bereits seit Jahren auf dem Vormarsch. Egal ob in Nahrungsmitteln oder im Haushalt: Immer mehr Menschen reagieren mit Unverträglichkeiten auf die Umwelt. Allergene belasten jeden dritten Menschen in Deutschland — Tendenz steigend.

Immer aggressiver

Ein auslösender Faktor — zumindest bei den Allergien auf Pollen — ist dabei offensichtlich die Klimaerwärmung, sagt Prof. Vera Mahler, Sprecherin des Allergiezentrums am Universitätsklinikum Erlangen im EN-Interview. Durch die Klimaerwärmung und die vermehrte CO2-Belastung fänden allergenproduzierende Pflanzen viel bessere Wuchsbedingungen vor. „Es ist nachgewiesen, dass unsere Allergenquellen immer aggressiver werden und somit mehr und zugleich allergenreichere Pollen produzieren. Das gilt etwa für Birke, Gräser oder Ambrosia“, so Prof. Mahler weiter.

Zwar ist das Allergie-Risiko auch genetisch bedingt, aber, so Prof. Vera Mahler, sei eine Allergie-Entstehung immer auch ein Zusammenspiel zwischen persönlicher Anlage und Exposition. „Wenn die Exposition stärker wird — und das haben wir nun durch die Umweltbedingungen —, dann spricht auch eine nicht so starke Veranlagung auf Allergene an. Der Betroffene wird allergisch, selbst wenn er nicht hochgradig genetisch vorbelastet ist.“

Breites Informationsangebot

„Als wir das Plakat zur Langen Nacht der Allergie in der Stadt gesehen haben, haben wir uns direkt gesagt: Da müssen wir hin“, sagt Besucherin Marita Emrich, die zusammen mit ihrer Tochter Nora gekommen ist — beide leiden an starkem Heuschnupfen. „Im Internet bekommt man viel zu viele Informationen über Allergien, alles durcheinander. Deshalb sind wir sehr froh, heute Abend direkt von den Experten hören und lernen zu können.“

Mit Blöcken und Stiften ausgerüstet, lernen die mitschreibenden Vorlesungsbesucher zum Beispiel über die Komplexität der Kreuzallergien, über Sofortmaßnahmen beim Allergieschock und über psychische Einflussfaktoren des Leidens. Vor allem die verschiedenen Vorträge zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten füllen die Hörsaalreihen.

In den zwei Pausen zwischen den Vorleseblöcken stehen die jeweiligen Referenten und weitere Experten den Besuchern in „Meet the Expert“- Sprechstunden, aber auch im Foyer des Hörsaalzentrums, für persönliche Fragen zur Verfügung. Sehr zur Freude der Besucher, die das Angebot gerne in Anspruch nehmen. 

en/hör

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