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Erlangen: Fragen an die Macher von Gartenschauen

Der 8. Altstadt-Dialog befasst sich mit positiven und negativen Folgen der großen Grün-Ausstellungen - 08.02.2017 06:00 Uhr

Für die Landesgartenschau, die in Bamberg im Jahr 2012 stattfand, wurde unter anderem auch ein naturnaher Wasserspielplatz am Fischpass angelegt. © Klaus Lehnberger


„Wir haben die Veranstaltung im September des vergangenen Jahres geplant. Wir wollten nicht gleich über Erlangen sprechen, sondern wollten wissen, welche Erfahrungen andernorts gemacht wurden“, betont die Leiterin des Stadtmuseums Erlangen, Brigitte Korn. Jüngeren Datums sind die Landesgartenschauen in Bamberg (2012) und Deggendorf (2014). Deren Macher Harald Lang, Bamberg, Prof. Gunnar Tausch, Deggendorf, sowie Sabine Saxinger, Kulturamt Deggendorf, sollen am heutigen Mittwoch, 8. Februar, ab 19 Uhr im Stadtmuseum auf dem Podium Rede und Antwort stehen; die Gesprächsführung obliegt Michael Greißel.

Ursprünglich war angedacht, auch den Erlanger Baureferenten Josef Weber mit aufs Podium zu setzen. Davon war man seitens der Organisatoren abgekommen, weil es bei der Diskussion gerade nicht um Erlangen gehe, führt Korn aus, die qua Funktion Mitglied im Orga-Team ist. Der Baureferent werde zwar anwesend sein und für Fragen zur Verfügung stehen, jedoch nicht am Podium beteiligt sein.

Auch ÖDP-Stadtrat Frank Höppel, erklärter Gegner der Landesgartenschau 2024 in Erlangen, sei gefragt worden, ob er aufs Podium wolle. Dann aber, sagt Brigitte Korn, hätte die Veranstaltung einen ganz anderen Charakter bekommen, weil eben doch nur Erlangen Thema geworden wäre. „Dann hätten wir die Gäste aus Bamberg und Deggendorf wieder ausladen können.“ Höppel habe ihr gesagt, das sei in Ordnung so. Er wolle, wenn es ihm möglich sei, die Veranstaltung als Gast besuchen.

Eigentlich hätte der 8. Altstadt-Dialog auch schon im November 2016 über die Bühne gehen sollen. Das hat aber laut Museumschefin aus terminlichen Gründen nicht geklappt. Damals waren die Unterschriften für ein Bürgerbegehren noch gar nicht gesammelt, geschweige denn bei der Stadt abgegeben.

Jetzt aber droht der 8. Altstadt-Dialog zwischen kommunalpolitischen Fronten zu zerschellen. Zumal nach dem offenen Brief des Sprechers der Bürgerinitiative gegen die Landesgartenschau in Erlangen, Klaus Tuffner, an Oberbürgermeister Florian Janik (wir berichteten). Darin hatte Tuffner die Stadt bezichtigt, ihre Neutralitätspflicht zu verletzen, wenn sie nicht in gleichem Maße Gegner und Befürworter einer Gartenschau zu Wort kommen lasse. Das schreibe die bayerische Gemeindeordnung vor.

Das Neutralitätsgebot sei gewahrt, sagt Brigitte Korn. Diese Auskunft habe sie vom Rechtsamt der Stadt erhalten. Denn die Verpflichtung zur Neutralität trete nicht mit der Überreichung der Unterschriften in Kraft, sondern erst, wenn der Stadtrat über die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens entschieden habe; das sei in diesem Fall der 13. Februar.

„Wir sind ungewollt da hineingeraten“ beschwört die Museumsleiterin den Willen zur fachlich geprägten Diskussion. Sie hofft auf eine sachliche Debatte; dabei seien kritische Fragen ans Podium durchaus erwünscht. 

DIETER KÖCHEL

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