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Erlangen: Konzert mit deutlicher Botschaft

Musiker der „Siemens-Familie“ traten in Ladeshalle zugunsten Flüchtlingshilfe auf - 23.02.2016 06:00 Uhr

Die „Siemens-Familie“ und viele Gäste sorgten beim Konzert in der Ladeshalle für beste Stimmung bei über 1100 Besuchern.

Die „Siemens-Familie“ und viele Gäste sorgten beim Konzert in der Ladeshalle für beste Stimmung bei über 1100 Besuchern. © Edgar Pfrogner


„Ausverkauft“ stand an den Eingangstüren zur Heinrich-Lades-Halle, als 200 Siemens-Musiker zum Benefizkonzert zu Gunsten der Flüchtlingshilfe Erlangen eingeladen hatten. Weit mehr Karten als vorhanden hätten verkauft werden können, so stark war das Interesse der Siemens-Angehörigen und anderer Besucher an diesem Großereignis.

Die Videobotschaft von Joe Kaeser, des Vorstandsvorsitzenden der Siemens AG, musste entfallen, dafür begrüßte Vorstandsmitglied Prof. Siegfried Russwurm die anwesenden Vorstandskollegen, den Präsidenten der Uni Erlangen, den bayerischen Innenminister, die Musiker und das Publikum mit der Information, der Vorstand habe sich in der Flüchtlingsthematik klar positioniert: Globalisierung heiße nicht nur, weltweit Geschäfte zu machen, sondern auch, etwas davon zurückzugeben, wenn in unserer Welt Menschen global Schutz suchen müssen. Siemens tue das auf vielfältige Weise, mit Gebäuden, Grundstücken, Praktikums- und Ausbildungsplätzen, Integrationsworkshops und Sprachförderung. Die Idee, mit den großen Siemens-Musik-Ensembles in Erlangen ein Benefizkonzert zu veranstalten, habe man spontan unterstützt.

Diese Unterstützung, Siemens Profi-Eventmanagement, ist den ganzen Abend über zu spüren. Das Foyer geschickt beleuchtet, ein Infostand strategisch klug gestellt, Tischdecken auf den Stehtischen – das Publikum war schon perfekt eingestimmt, als es den Saal betrat. Dort drängten sich die Fotografen, mehrere Videokameras übertrugen das Konzert aus verschiedenen Winkeln auf die Kopfwand der Halle, die Mikrofone funktionierten ohne Rückkoppelung, Lightshow an den Seitenwänden – man hatte wirklich an alles gedacht.

Da fiel es Siemens-Chor (Leitung: Florian Grieshammer) und Siemens Healthcare Concert Band (Band-Leader und überaus angenehmer Moderator des Abends Bernd Aschmoneit) nicht mehr schwer, die Stimmung „aufzuwärmen“. Bei bekannten Stücken wie „Summertime“ von George Gershwin glänzten Sänger wie Bläser und Schlagwerker mit erstaunlichem Können. Die große Lust am Musizieren zeigten sie nicht erst beim genial dargebotenen Ennio Morricone-Medley, wo die Schüsse knallten, der Chor jubelte und die Schauer den Rücken runter liefen.

Man war dann auf die Flüchtlingsband „Miasin Zam“ gespannt – neun Musiker aus Armenien, Georgien, der Ukraine, dem Iran und – Erlangen. Nach wenigen Noten hatten sie die Herzen der Zuhörer gewonnen, mit anrührenden Liedern aus der Ukraine, einem armenischen Blumenlied, „Bomba“ aus dem Benin und Harry Belafontes Städtl-Song. Großes Talent, instrumental wie vokal, brachte den Saal zum Vibrieren, trieb aber auch manch’ eine Träne ins Auge beim Gedanken, was die jungen Menschen auf der Bühne schon erlebt haben. Den „Takt“ werden „Miasin Zam“ wohl verlieren, wenn die Asylablehnungsbescheide der beiden iranischen Schlagzeuger nicht durch ein „bürokratisches Wunder“ in Bleiberechte verwandelt werden.

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Am Sonntag war beim Benefiz-Konzert zu Gunsten der Flüchtlingshilfe in der Heinrich-Lades-Halle in Erlangen von Pop über Folk bishin zur bayerischen Volksmusik ein buntes Programm an musikalischer Unterhaltung geboten.


Die Blaskapelle Siemens Erlangen (Leitung: Klaus Dieter Griebsch) begeisterte mit großem, strahlendem Klang, ließ erst Henry Mancinis Pink Panther heranschleichen, um anschließend James Bond vor Kraft zum Bersten zu bringen. Zum Abschluss gab es schwungvolle Klassik: Prachtvollen Glanz gab das Siemens Orchester Erlangen Anatoly Liadovs „festlicher Polonaise“ und entfesselte südliches Temperament mit der „L’Arlesienne“ von George Bizet.

Für das Benefizkonzert der 200 Siemens-Musiker – ein Abend von außerordentlicher Hinwendung und Begeisterung – dankten die Zuhörer mit Standing Ovations. Weniger wäre nicht angemessen gewesen. 

CORA UITTING

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