Mittwoch, 21.11.2018

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Erlangen-Land: Tipps gegen Kontobetrug

Wie sich Verbraucher laut Banker und Polizei schützen können - 02.10.2018 18:00 Uhr

Beim Eintippen der Geheimnummer am Geldautomaten sollten Kunden grundsätzlich das Tastenfeld abdecken, damit kein Betrüger ihre Pin-Nummer ausspähen kann. © Schwarz & Sprenger


Eine genaue Zahl konnte der Polizist auf Anfrage aber nicht nennen. "Das ist phasenweise sehr unterschiedlich". Wie bei Wohnungseinbrüchen eben auch. Üblicherweise ermittle die Polizei bei Fällen von Warenbetrug übers Internet. "Wenn also jemand bei ebay eine Playstation gekauft und bezahlt hat, die aber dann nie ankommt."

Natürlich weiß Neuber auch um die verschiedenen Varianten des "Enkel-Trick-Betruges". Wenn also vorwiegend älteren Menschen Lügengeschichten aufgetischt werden und diese für Verwandte oder Nachbarn in einer angeblichen Notlage finanzielle Zahlungen leisten sollen.

Gerade bei solchen Fällen rät der Höchstadter Polizist zu erhöhter Aufmerksamkeit und einem gesunden Misstrauen bei Anfragen oder Anrufen unbekannter Dritter.

Aus Sicht des Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Seebachgrund, Edmund Kainer, seien Betrugsversuche über die Bankkonten der Raiffeisenbank eher "rückläufig". Als Grund für diese positive Entwicklung machte der Banker aus: "Unsere Bankmitarbeiter sind sehr geschult und sensibilisiert." Zusätzlich zu bankinternen Überprüfungsmechanismen hätten seine Mitarbeiter ein "persönliches Augenmerk bei untypischem Verhalten" von Raiffeisenbankkunden". Dann würden Bankmitarbeiter sicherheitshalber bei der Firma oder den Privatkunden anrufen und sich rückversichern, bevor sie den Auftrag tatsächlich ausführen.

Betrugsversuche kommen laut Einschätzung von Rainer Dorn von der Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach "in Einzelfällen vor". Zum Beispiel bei dem Diebstahl des Geldbeutels aus dem Auto. Diese scheiterten jedoch immer dann, "wenn die unbefugten Dritten nicht auch gleichzeitig die zugehörige Pin erbeutet haben".

Nicht im Auto lassen

Dagegen komme es häufiger vor, dass der rechtmäßige Besitzer der Karte bei einer Abhebung den angebotenen Geldbetrag "nicht aus dem Geldschacht entnimmt, sich entfernt, und — bevor der Geldautomat den Betrag wieder einzieht — nachfolgende Personen den Betrag dann unrechtmäßig an sich nehmen." Eindringlich warnte er Bankkunden davor, die Pin-Nummer direkt auf der Kreditkarte zu notieren oder die Karte im Auto aufzubewahren.

Beim Einkaufen oder am Geldautomaten solle man sich nicht über die Schulter schauen lassen. Und natürlich die Geldbörse samt Karte nie unbeaufsichtigt lassen.

Im gesamten Bereich der Kreissparkasse liegt die Anzahl der Fälle "mit vollzogenen unberechtigten Abhebungen pro Jahr im unteren zweistelligen Bereich". Eherne Regel für Kunden sollte im In- und im Ausland sein: "Geben sie Ihre Karte nie aus der Hand beziehungsweise begleiten sie bei Zahlungen im Restaurant den Angestellten zum Terminal." Die Nutzung der Sparkassen-Card sei inzwischen "im Ausland genauso sicher wie im Inland".

Laut Einschätzung des Vorstandsvorsitzenden der Raiffeisenbank Seebachgrund, Edmund Kainer, hätten sich die Betrugsversuche aber inzwischen aus der Bank hin zum Kunden verlagert. Als Beispiel nannte er "Anrufe aus einem Call-Center in Istanbul". Da erhielten Kunden die Nachricht, sie hätten "ein Auto gewonnen". Bevor dieses aber ausgeliefert werden könne, müssten sie noch vorab eine Zahlung von beispielsweise 1732,50 Euro leisten. Wenn sie das wirklich tun, sehen sie ihr überwiesenes Geld aber nie wieder.

Krumme Beträge

Ganz bewusst würden Internet-Betrüger solche "krummen Beträge" wählen, denn das wirke glaubwürdiger. Eine weitere Spielart seien getürkte Überweisungen nach Spanien oder Polen, die schon öfter im Bankbriefkasten gelandet sind.

Der Vorstandschef sprach auch über Unterschriften auf Firmen-Flyern, die zum Beispiel für den "Tag der offenen Tür" erstellt wurden. Genau solche Unterschriften würden "abgescannt" und auf Überweisungen missbräuchlich verwendet. Schon eine Weile her sei es, dass von EC-Karten von Urlaubern bei Auslandsaufenthalten "die Magnetstreifen ausgelesen wurden".

Besonders aufmerksam sind Bankmitarbeiter bei Enkel-Trick-Betrügern. Rainer Dorn von der Kreissparkasse teilte dazu auf Anfrage mit: "In diesem Jahr sind uns zwei Fälle bekannt geworden, die aber vereitelt werden konnten." 

FRANK HEIDLER

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