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Erlangen: Radeln im Pool hält fit und macht Spaß

Effektiv und schonend für die Gelenke: Aquacycling gibt's auch in der Hugenottenstadt - 07.08.2015 11:55 Uhr

Strampeln im Wasser: Beim Aquacycling in Erlangen werden nicht nur die Beine trainiert, sondern auch Übungen für die Arme und den Rücken gemacht. Die Trainerin gibt den Takt vor. © Foto: Harald Sippel


Fahrradfahren im Wasser klingt auf jeden Fall lustig. Sieht auch ziemlich lustig aus. Die Ergometer verschwinden fast vollständig im türkisblauen Schwimmbecken, die Sportler schauen mit dem Oberkörper aus dem Wasser raus, die Hände an den Fahrradgriffen. Die Gesichter sind angespannt, angestrengt. Und ja, Aquacycling ist vor allem: richtig anstrengend.

„Im Wasser trainiert man intensiver als am Land“, sagt Daniela Reichel. Aufgrund der hohen Dichte des Wassers — 835-mal höher als die der Luft — ist der Widerstand sehr groß. Dadurch müssen die Sportler bei Bewegungen mehr Kraft aufbringen als auf dem Trockenen mit der Folge, dass der Energieverbrauch steigt. Bei gleicher Belastung wie an Land verbrennt der Körper so deutlich mehr Kalorien.

Vor einem Jahr hat Reichel die Wasserschule in Bruck eröffnet. Dort bietet sie verschiedene Kurse an, zum Beispiel auch Aqua-Zumba. „Sport im Wasser ist effektiv und gesund.“ Das Radfahren sei durch ständige Be- und Entlastung gelenkschonend, besonders für Menschen mit Übergewicht. Dank des Auftriebs spürt man im Wasser sein Eigengewicht weniger, was Gelenke, Knorpel, Sehnen und Bänder bei Bewegungen deutlich entlastet. „Für die meisten zählt aber vor allem der Spaß-Faktor.“

Während der Kurse läuft Musik, die Trainerin feuert an, klatscht, zählt mit. „Im Wasser hat man immer das Gefühl, vieles geht leichter“, sagt Reichel. „Doch dieser subjektive Eindruck täuscht.“ Beim Aquacycling werden nicht nur die Beine trainiert, sondern auch Übungen für die Arme und den Rücken gemacht. Zwei bis drei Kurse pro Woche empfiehlt die ausgebildete Trainerin.

Angefangen mit Aquafitness hat sie vor 25 Jahren in den USA. Dort ist dieser Sport seitdem im Trend. „Ich habe das nach Erlangen gebracht.“ Lange war Reichel mit ihrer Schwimmschule im Waldkrankenhaus. Dort stand das Babyschwimmen und Reha-Training auf dem Programm. „Aber ich wollte mehr in den Fitnessbereich gehen.“

Als die Schwimmschule im Krankenhaus schließen musste, „gab es nur zwei Möglichkeiten: aufhören oder etwas Neues entwickeln“. Das hat Daniela Reichel mit ihrem Mann auch gemacht. In Bruck haben sie das ehemalige Wohnhaus der Familie Elsner komplett umgebaut. „Ein privates Schwimmbecken war vorhanden, aber wir mussten es vergrößern.“ Jetzt gibt es neben dem Badebereich schöne Umkleiden und eine kleine Lounge.

Das Fazit nach dem ersten Jahr seit dem Umzug ist gut. „Viele Stammkunden sind uns treu geblieben.“ 30 bis 60 Kunden kommen pro Tag in die Wasserschule. „Die Fitness-Kurse sind meist ausgebucht“, sagt Reichel. Und tatsächlich: Jedes zur Verfügung stehende Fahrrad ist im Training besetzt. Nach einem kurzen Aufwärmprogramm beginnt der Coach mit der ersten Übung. „Egal, was sie machen, in die Pedale treten müssen sie immer“, sagt Reichel.

So kommt zum aktiven Training das passive auf dem Rad. Ein Kurs dauert eine Stunde. „Viele vergessen immer, dass zum Abnehmen auch der Muskelaufbau gehört. Aber je mehr Muskeln vorhanden sind, desto mehr Fett verbrennt der Körper.“ Es gehe also um Kraft und Ausdauer. Außerdem schult das Training die Koordination. „Man muss treten, gleichzeitig aber die Arme kreisen lassen oder Gewichte heben.“

Reichel vermutet, dass auch in Deutschland immer mehr Menschen auf Aquafitness umsteigen werden. „Viele haben das klassische Fitnessstudio satt.“ Allerdings ist das mitunter die günstigere Alternative. In der Wasserschule kostet eine 45-Tages-Karte, das System ist aus den USA übernommen, 135 Euro. Für eine klassische Zehner-Karte muss man 150 Euro zahlen. „Am Anfang sollte man aber zuerst reinschnuppern“, sagt Reichel. Dafür gibt es eine Dreier-Karte, mit der man verschiedene Kurse ausprobieren kann. Diese kostet 35 Euro.

Die Sportler in der Wasserschule sind altersmäßig bunt gemischt. Aquafitness ist keinesfalls nur etwas für Senioren. Unübersehbar ist allerdings der sehr hohe Frauenanteil. Doch auch das könnte sich mit der Zeit ändern. Fahrradfahren im Wasser könnte schließlich auch harte Kerle begeistern.

Infos unter www.wasserschule.de. 

KATHARINA TONTSCH

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