Donnerstag, 17.01.2019

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Erlangen: Rotary-Clubs zeichnen Helfer im Hintergrund aus

Die mit je 2500 Euro dotierten Preise gehen an Hospiz-Verein, Obdachlosentreff und den ASB Erlangen-Höchstadt - 11.04.2016 18:00 Uhr

Von links: Alexander Eisenkolb, Präsident des RC Erlangen-Ohm, Diakon Karl Ostermeier („Treffpunkt Willi"), Michael Pickel, Präsident des RC Erlangen-Schloss, Inge Schwemmle, 1. Vorsitzende des Hospiz Vereins Erlangen, Werner Hohenberger, Präsident des RC Erlangen sowie Nadine Goldmann und Dirk Goldenstein vom ASB Erlangen-Höchstadt. © Ilona Hörath


Ein neuer „Freund“, wie sich die Mitglieder der Rotary-Clubs bezeichnen, wird ausschließlich persönlich ausgewählt und vorgeschlagen. Hoch sei unter den Erlangern die Bereitschaft, bei den Rotariern Mitglied zu werden, war am Rande der Verleihung des Rotary-Preises 2016 in der Kirche St. Matthäus zu hören. So hoch, dass es allein in der Hugenottenstadt bereits drei Rotariergruppen gibt: den Rotary Club (RC) Erlangen, den RC Erlangen-Schloss und als jüngsten Ableger den RC Erlangen-Ohm.

Die drei Clubs verliehen nun erneut gemeinsam und zum neunten Mal den rotarischen Erlanger Preis für Gemeinsinn und Zivilcourage, der ehrenamtliches, dauerhaftes und zuverlässiges Engagement würdigt und wertschätzt und der mit jeweils 2500 Euro pro Preisträger dotiert ist.

Ob ehrenamtliches Engagement überhaupt noch „in“ sei, fragte Alexander Eisenkolb, Präsident des RC Erlangen-Ohm, in seiner Begrüßungsrede. Angesichts des Flüchtlingsstroms der vergangenen Monate nach Deutschland und der damit verbundenen freiwilligen und facettenreichen „Flüchtlingsarbeit“ beantwortete er die Frage mit einem klaren Ja. Mit dem Preis wolle man speziell auch jene ehren, deren Aufgaben „nicht oder nicht mehr im Fokus der Öffentlichkeit“ stehen oder „deren Arbeit dort beginnt, wo andere aufgeben.“

Eisenkolb sagte: „Auch wenn wir sie und ihre Arbeit nicht tagtäglich wahrnehmen, sind sie doch ein fester Bestandteil unserer Stadt. Ohne sie würde Erlangen etwas fehlen.“

Gewürdigt wurde ein spezielles Angebot des Hospiz Vereins Erlangen e.V.: die „Nachtwachen“. Ausgebildete Pflegekräfte begleiten Sterbende in ihren letzten Stunden in der ihnen vertrauten Umgebung. Die Freiwilligen unterstützen damit die Angehörigen und tun dies unentgeltlich.

In seiner Laudatio hob Michael Pickel, Präsident des RC Erlangen-Schloss, hervor, dass eine „solche ehrenamtliche soziale Aufgabe“ nicht hoch genug geschätzt werden könne. „Den Nachtengeln gehört unsere Anerkennung“, sagte Inge Schwemmle, die erste Vorsitzende des Hospiz Vereins.

„Wir können das Geld gut brauchen“, freute sich Diakon Karl Ostermeier, der im Verein Erlanger Obdachlosenhilfe den „Treffpunkt Willi“ in der Wilhelmstraße leitet und den Preis entgegen nahm. Betreut werden in der Tagesstätte täglich 50 bis 70 Suchtkranke, Menschen mit psychischen Erkrankungen und Langzeitarbeitslose. Diakon Karl Ostermeier und seine 25 Mitarbeiter umsorgen, wie der Diakon erläuterte, „Menschen, die alles verloren haben, Familie, Beruf, oft auch die Wohnung – und ihre Menschenwürde und Selbstachtung“.

Mit dem Preis wolle man nicht nur unterstützen, sondern auch „den einen oder anderen ermuntern, den Obdachlosentreff mit einer Lebensmittel- oder Kleiderspende direkt zu unterstützen“, sagte Laudator Alexander Eisenkolb.

Den dritten Rotary-Preis 2016 erhielt der gemeinnützige ASB Erlangen-Höchstadt e.V. „Ich weiß, dass sich die Aktiven sehr über den Preis freuen“, konstatierte Vorstand Dirk Goldenstein. Der Verein ist nicht nur „in der Blaulichtszene“ aktiv, sondern steht mit 154 hauptamtlichen und rund 650 ehrenamtlichen Mitarbeitern etwa auch für Patientenhilfsdienste, Pflege- und Demenzberatung und Flüchtlingshilfe und Integrationsarbeit.

Der Präsident des RC Erlangen, Werner Hohenberger, betonte anlässlich der Preisverleihung: „Wir können vor der Leistung des ASB Erlangen-Höchstadt nur den Hut ziehen.“

Die Rotary-Clubs „haben ein sehr feines Gespür dafür, wo wichtige und lebenswichtige Aktivitäten“ zu unterstützen seien, unterstrich Oberbürgermeister Florian Janik in seinem Grußwort und lobte die Rotarier, dass sie in ihrem Engagement für Menschen, „die nicht die allergrößte Lobby haben“, nicht nachlassen.

  

ILONA HÖRATH

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