Montag, 17.12.2018

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Erlangen: Wiese soll zum wilden Gehölz entlang des Baches werden

Die Südspitze der Wöhrmühlinsel soll sich möglicherweise zum Auwald entwickeln dürfen — Antrag der Grünen Liste - 06.12.2018 18:00 Uhr

Die Südspitze der Wöhrmühlinsel soll — wenn möglich — bald zum Auwald gedeihen. © Harald Sippel


Die grüne Stadtratsfraktion sieht in jener Inselspitze ein "sehr wertvolles Gelände" mit einem großen "ökologischen Potenzial", das sich durchaus dazu eignet, als Naturfläche aufgepeppt zu werden. Ein entsprechender Antrag kam jetzt im Umwelt-, Verkehrs und Planungsausschuss zur Sprache, wird allerdings erst in der nächsten Sitzung eingehend diskutiert.

Empfehlung der Experten

In ihrer Fürsprache für das Projekt führt die Grüne Liste (GL) auch eine naturschutzfachliche Untersuchung der "Anuva Stadt- und Umweltplanung" ins Feld. Dieses Nürnberger Büro belegt dem Insel-Gehölze eine "hohe Wertigkeit", besonders für Vögel und Fledermäuse. Die Experten empfehlen deshalb, die gegenwärtige Wiesennutzung aufzugeben und das Areal zum Auwald zu entwickeln.

Beifall für diese Idee ist auch von Seiten des Wasserwirtschaftsamtes zu vernehmen. Denn das Konzept dieser Behörde im Rahmen der EG-Wasserrahmenrichtlinie fordert gleichfalls "ökologische Verbesserungen" für den Süden der Wöhrmühlinsel und plädiert auch dafür, dass dort bald ein natürlicher Auwald wächst und gedeiht.

Die Insel-Südspitze umfasst 1,76 Hektar Fläche und wird derzeit als Wiese genutzt. Im Süden, Westen und Osten wird diese Spitze durch die Regnitz begrenzt, im Norden durch das Privatgelände eines Gewerbebetriebs. Diese geografische Lage "bietet die seltene Chance einer weitgehend ungestörten natürlichen Lebensraumentwicklung", so die Stadtverwaltung. Außerdem könne die anvisierte Aufwertung der Wiese als "ökologische Ausgleichsmaßnahme" zu Buche schlagen, was dem "städtischen Ökokonto" durchaus gut täte.

Der Antrag der GL wurde grundsätzlich gutgeheißen. Allerdings hat die Sache ihre zwei Seiten. Denn die städtische Wiese ist derzeit an eine Landwirtin verpachtet. Hält man alle Fristen ein, ist die frühestmögliche Kündigung des Vertrags bis Ende September 2019 möglich. Ab da könnte man im gewünschten Sinne verfahren. CSU-Fraktionschef Jörg Volleth wollte jedoch nicht gleich auf den Zug aufspringen, da er das Ganze eher "kritisch" sieht: "Wir greifen da in Wirtschaftskreisläufe ein. Die Landwirtschaft braucht diese Flächen", monierte er. Und Volleth machte klar: Eine Zustimmung von der CSU gibt es wohl erst dann, wenn der Pächterin entsprechende Ausgleichsflächen angeboten werden können.

Bekanntlich sind solche Flächen nicht gerade üppig vorhanden. Das Liegenschaftsamt wies seinerseits darauf hin, dass mit der Verwirklichung der Auwald-Pläne auch eine "relativ große Fläche der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen" werde und somit als Nutzfläche für andere Pächter nicht mehr zur Verfügung steht.

Also: Weiterhin landwirtschaftlich genutzte Wiese oder künftiger Auwald als ökologisches Kleinod – das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. Erst im Januar geht’s entscheidend zur Sache. 

RAINER WICH

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