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Erlangen: Zankapfel Großparkplatz

Geplante Umgestaltung stand im Mittelpunkt einer Fragestunde im Erlanger Stadtrat - 28.11.2016 13:00 Uhr

Laut Stadtverwaltung soll es nach der Umgestaltung des Großparkplatzes mehr Parkplätze geben als bisher. Allerdings werden diese nicht ebenerdig entstehen. Angedacht sind mehrere Parkhäuser entlang der A 73. © Harald Sippel


Um es vorwegzunehmen: Vieles rund um die Landesgartenschau 2024 liegt noch im Ungefähren und Ungewissen. Trotzdem nimmt die Verwaltung schon heute an, dass nach einer Umgestaltung des Großparkplatzes, die ja bekanntlich mit der Landesgartenschau einher gehen soll, mehr Parkplätze zur Verfügung stehen als derzeit vorhanden. Das geht jedenfalls aus den Ausführungen zu den Fragen hervor, die Planungsreferent Josef Weber im Rahmen einer Bürgerfragestunde im Stadtrat beantwortete. Ziel der Stadt sei es, die Zahl der Parkhäuser zu erhöhen. Diese sollen entlang der A73 entstehen und als eine Art Lärmschutzriegel dienen.

Durch den Bau der Parkhäuser solle nicht nur der Einzelhandel in der Innenstadt gestärkt werden. Ziel sei es auch, „eine möglichst hohe Qualität der Parkplätze zu erreichen, was Seniorengerechtigkeit und auch Barrierefreiheit angeht“, so Weber weiter. Die Stadt sei sich darüber hinaus sicher, dass es „durch einen gut geplanten Bauablauf“ zu keinen „massiven Einschränkungen des Verkehrsflusses und der Parkplatzkapazität kommt“. Wie lange diese „Einschränkungen“ dauern, lasse sich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht sagen. „Temporäre Einschränkungen“ könne man aber nicht ausschließen.

Fraglich ist auch der zukünftige Standort des Zentralen Busbahnhofs (ZOB). Laut Weber sind zwei mögliche Varianten im Gespräch: Der heutige Standort auf dem Großparkplatz und der Parkplatz westlich der Arcaden, neben der Bahnlinie. „Beide sind nach heutiger Sachlage möglich“, so Weber. Welcher letztlich das Rennen machen wird, hänge unter anderem von der zukünftigen Linienführung der Busse ab, aber auch von der Entwicklung des Großparkplatzes und nicht zuletzt von der genauen Trassenführung der Stadt-Umland-Bahn (StUB).

Ob der Trödelmarkt während der Baumaßnahme, während der Landesgartenschau und darüber hinaus noch auf dem dann umgestalteten Gelände des Großparkplatzes stattfinden kann, sei ebenfalls eine Frage der konkreten Planung, die noch ansteht. Weber rechnet damit, dass auf Grund der Parkhäuser entlang der Autobahn der heutige Standort für den Trödelmarkt nicht mehr zur Verfügung stehen dürfte.

Bei der anschließenden Aussprache war man sich über die Parteigrenzen von CSU, SPD, Grüner Liste und FDP hinweg über die Notwendigkeit einer Sanierung des Großparkplatzes einig. „Es wird höchste Zeit, dass hier etwas passiert“, sagte die CSU-Fraktionsvorsitzende der CSU, Birgitt Aßmus. Philipp Dees (SPD) sprach von einem wichtigen Impuls für die nördliche Innenstadt und Bianca Fuchs (Grüne Liste) und Lars Kittel (FDP) begrüßten die Idee der Parkhäuser zum Lärmschutz entlang der Autobahn.

„Gut gemeint ist oft nicht gut gemacht“, warf Frank Hoppel (ÖDP) ein. Er befürchte, dass das Parken auf dem Gelände durch den Bau der Parkhäuser deutlich teurer werde. Johannes Pöhlmann von der Erlanger Linken und Anette Wirth-Hücking (FWG) plädierten dafür, den Zentralen Busbahnhof auf dem Großparkplatz zu belassen. Die Stadt solle das Areal in eigener Regie sanieren, dafür brauche es keine Landesgartenschau, sagte Wirth-Hücking weiter.

Zwischenzeitlich hat Klaus Tuffner, Mitinitiator des Bürgerbegehrens gegen die LGS, erhebliche Zweifel geäußert – sowohl an der Umsetzung der Landesgartenschaupläne als auch einer damit einhergehenden Umgestaltung des Großparkplatzes.

 Er befürchtet sogar, dass Fördermittel zurückgezahlt werden müssen. Tuffner beruft sich dabei auf den Bayerischen Obersten Rechnungshof. Der hatte in seinem Jahresbericht 2014 festgestellt, dass eine „Umgestaltung und der Umbau bereits vorhandener Grünflächen und Anlagen nicht förderungsfähig“ sei und „im Widerspruch zu den Grundsätzen und Zielen zur Durchführung von Gartenschauen“ stünde. Tuffner sieht hier einen möglichen Konflikt mit den LGS-Planungen auf der Wöhrmühlinsel. Laut Rechnungshof dürfen darüber hinaus keine Teilflächen eines Gartenschaugeländes in einen Bebauungsplan einbezogen werden oder bebaut werden.

Am Mittwoch, 7. Dezember, findet in der Brunnenhalle des Stadtmuseums (Martin-Luther-Platz 9) eine weitere Bürger-Informationsveranstaltung zur Landesgartenschau statt. Beginn ist 20 Uhr. 

MARKUS HÖRATH

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