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Erlanger streiken gegen Ungerechtigkeit im öffentlichen Dienst

Rund 300 Beschäftigte beklagten "fehlende Wertschätzung" ihrer Arbeitgeber - 16.03.2018 14:14 Uhr

Die Verdi-Kundgebung auf dem Erlanger Marktplatz zählte am Freitag 300 Beschäftigte, die sich den bundesweiten Protesten gegen ungerechte Bezahlung im öffentlichen Dienst anschlossen. © Anja Hinterberger


Wieder kein Ergebnis: Nach der zweiten Nullnummer wächst jetzt der Ärger - auch in Erlangen. Rund 300 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst sind gestern dem Warnstreik-Aufruf der Ver.di-Gewerkschaft gefolgt und setzten sich mit einem Marsch durch die Innenstadt für ihre Forderungen ein.

Noch spärlich bevölkert war die vormittägliche Fußgängerzone als der Demonstranten-Pulk trillerpfeifend und lautstark in Richtung Marktplatz zog. Dort machte Verdi-Sprecher und städtischer Personalratsvorsitzender Roland Hornauer keinen Hehl daraus, was er von der "Zurückhaltung" der Arbeitgeber hält. "Das Wetter kommentiert ganz gut das Verhalten der Arbeitgeber — es ist einfach nur zum Weinen". Weitaus fröhlicher stimmte ihn dagegen die Tatsache, dass rund 300 Leute beim ersten Warnstreik in der Hugenottenstadt mit von der Partie waren.

"Noch vor zwei Tagen hätten wir uns das nicht vorstellen können." Unter den Streikenden befanden sich unter anderem Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, von Jugendclubs und Abenteuerspielplätzen, von der GGFA und Kinderhorten, von Lernstuben oder auch von etlichen Kindergärten. Denen bescheinigte Hornauer einen durchaus besonderen Mut. Denn es sei für jene Mitarbeiter sicherlich nicht einfach gewesen, den Eltern mitzuteilen, dass ihr Kindergarten heute geschlossen bleibt.

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Streik im öffentlichen Dienst: Erlanger gehen auf die Straße

Knapp 300 Beschäftigte im öffentlichen Dienst schlossen sich am Freitag der Verdi-Kundgebung auf dem Erlanger Marktplatz an. Unter den Streikenden befanden sich unter anderem Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, von Jugendclubs und Abenteuerspielplätzen, von der GGFA und Kinderhorten, von Lernstuben oder auch von etlichen Kindergärten. Alle fordern eine bessere Bezahlung.


Die Beschäftigten bei Bund und Kommunen hätten etwas anderes verdient als leere Worte, meinen die Verdi-Leute: "Die öffentlichen Kassen verzeichnen Rekordeinnahmen und trotzdem haben die öffentlichen Arbeitgeber in zwei Verhandlungsrunden noch kein Angebot vorgelegt, dies ist eine Frechheit und zeigt die fehlende Wertschätzung für die Beschäftigten", so Hornauer.

Unter dem Motto "Wir sind es wert" fordert Ver.di bekanntlich sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro, zudem eine Erhöhung der Ausbildungsentgelte um 100 Euro. Hans-Christian Kleefeld, Ver.di-Sekretär aus Nürnberg und für Erlangen zuständig, steht gänzlich hinter dieser Forderung und erteilte dem "Gejammer" der Arbeitgeber ein klare Absage.

Die gestrige Aktion ist laut Roland Hornauer nur der Auftakt. Wenn sich die Arbeitgeber nicht bewegen, wird es wohl bald weitere Streiks in Erlangen geben. 

Rainer Wich

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