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Erlanger Tierheim: "Das Geld reicht nicht aus"

Tierschutzbund fordert Hilfe vom Freistaat für die Tierheime - 04.08.2016 15:00 Uhr

Auch diese Zebrafinken leben im Tierheim. © Harald Hofmann


Frau Kaiser, wie finanziert sich das Erlanger Tierheim?

Rosemarie Kaiser: Ein Teil bekommen wir aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. Vor allem die Spenden sind aber nicht kalkulierbar. Von den Kommunen bekommen wir regelmäßig Zuschüsse. Dazu sind Städte und Gemeinden gesetzlich für Fundtiere auch verpflichtet. Schließlich machen wir eine gemeinnützige Arbeit. Allerdings ist das vertraglich mit einer Pauschale geregelt, die wir einmal pro Jahr bekommen.

Engagiert sich schon lange im Tierheim: Rosemarie Kaiser. © Foto: Harald Sippel


Reicht das aus?

Kaiser: Nein. Von allen Gemeinden in unserem Einzugsbereich erhalten wir circa 40 000 Euro im Jahr. Doch wenn jede Gemeinde einen Euro pro Einwohner pro Jahr an Zuschüssen zahlen würde, wäre uns schon sehr geholfen. Das würde rund 50 Prozent unserer Tierheim-Kosten decken. Die Kosten für die Versorgung der Tiere sind hoch. Wenn eine Katze einen Unfall hat und danach zu uns ins Tierheim kommt, kann das 2500 Euro kosten. Und das ist kein Einzelfall. Mir ist klar, dass auch Gemeinden die tatsächlich angefallen Kosten nicht auf Dauer komplett schultern könnten. Deshalb wäre ein Kompromiss nötig. Momentan sind die Zuschüsse allerdings alles andere als kostendeckend.

Der Tierschutzbund schlägt einen staatlichen Fördertopf vor. Was halten Sie davon?

Kaiser: Wer die Zuschüsse zahlt, ist uns eigentlich egal. Hauptsache, es gibt eine Verpflichtung dazu. Es wäre hilfreich, wenn die Gemeinden die Zuschüsse regelmäßig anpassen und erhöhen würden, da bei uns auch die Kosten steigen. Möglich wäre zudem, dass die Gemeinden mit einem Teil der Hundesteuer das Tierheim finanzieren würden.

Gerade haben die Sommerferien begonnen: Jetzt ist bei Ihnen wieder volles Haus, oder?

Kaiser: In den Ferien wissen viele nicht, wohin mit ihren Haustieren. Jetzt ist es noch nicht so schlimm, wir sind gut besetzt. Momentan haben wir aber vor allem viele Jungtiere von Wildkatzen.

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Interview: KATHARINA TONTSCH

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