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Erste Ninja-Warrior-Halle Deutschlands in Erlangen eröffnet

Das neue Angebot ist bereits bei vielen Sportlern beliebt - 22.12.2017 18:00 Uhr

Gar nicht so leicht: Selina Bettendorf probiert verschiedene Übungen. Ein Video und viele Bilder unter www.nordbayern.de/erlangen © Fotos: Klaus-Dieter Schreiter


So schwer kann es doch nicht sein, sich mit zwei Ringen an einer Sprossenleiter hoch zu hangeln — dachte ich. Stattdessen hänge ich wie ein Kartoffelsack an einem der Ringe und komme nicht weiter. Als mir der Trainer Daniel Kromm erklärt, ich soll ein bisschen Schwung dazu nehmen, fängt nach diesem vollen Körpereinsatz meine Hand an zu bluten.

Egal. Tape drauf und weiter geht’s. Die Warriors Luck Halle in Erlangen ist eben nichts für Weicheier. Ich hangle mich an Holzbrettern und Sprossenleitern, Netzen und Kugeln entlang durch den Parcour. Als kleinen Ausgleich für das oberkörperlastige Training gibt es noch eine Balancierstange, über die ich es nach dem zweiten Anlauf sogar schaffe, und einen kleinen Sprungparcour. Ich springe immerhin auf drei Hindernisse, Trainer Daniel Kromm schafft alle fünf ohne Probleme.

Was dann kommt, macht mir noch mehr Sorgen. Ich soll eine 3,50 Meter hohe Wand hochlaufen. Der untere Bereich ist etwas schräg, wie eine Rampe, über die man einen Kinderwagen oder Rollstuhl schiebt, aber danach wird die Wand ganz gerade. 3,50 Meter ist die geringste Höhe, die höchste Wand mit 4,50 Meter schaffen nur wenige. Ich mache zuerst ein paar Probeversuche, um herauszufinden wie ich im Notfall wieder runterrutsche. Dann wird es ernst. Ich nehme viel Anlauf und schaffe es, mich mit den Händen am Rand oben fest zu krallen.

Leider ist das bloß der Anfang. Wie soll ich meinen Körper da hochziehen? Jetzt wo ich schon hier hänge, habe ich aber auch keine Lust, es noch einmal von Neuem zu versuchen. Daniel Kromm ruft mir zu, ich soll mein Bein hochschwingen und mich so hochziehen. Elegant ist anders — aber mit Kraft und ein paar Tricks komme ich tatsächlich die Wand hoch. Ich bin begeistert und belasse es bei dem einen Versuch. Für heute.

Als Abschluss meines Trainings versuche ich aus Spaß, den riesigen Reifen hochzuheben, mit dem man die Arme trainieren kann. Er bewegt sich ungefähr einen Zentimeter. Als ich mich gerade zum Gehen umdrehe, stellt sich Marion Luck, Chefin der Einrichtung, an den Reifen und hebt ihn hoch. Luck ist zierlich, deutlich kleiner als ich, und ich verstehe die Welt nicht mehr.

"Ich klettere seit drei Jahren regelmäßig und übe natürlich auch hier immer wieder", erklärt mir die 26-Jährige. Vor sechs Wochen hat sie diese Halle eröffnet, es ist ihren Angaben nach die erste Ninja Warrior Halle in ganz Deutschland. Zwei der Trainer haben bereits in der RTL Show Ninja Warrior mitgemacht, in der deutsche Sportler versuchen, sich an den schwierigen Parcours zu messen. Luck war kürzlich gemeinsam mit zwei Kollegen beim Casting für die Show, ob sie sich als Team qualifiziert haben, werden sie bald erfahren.

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Neu in Erlangen: Halle für Ninja Warrior

In Erlangen gibt es eine neue Sporthalle: die erste Ninja Warrior Halle Deutschlands. Dort kann man sich richtig austoben. Unsere Mitarbeiterin Selina Bettendorf hat es ausprobiert.


Solange konzentriert sich die 26-Jährige, die gerade ein Urlaubssemester von ihrem Studiengang Sportökonomie nimmt, auf ihre eigene Halle. "Ich wusste schon immer, dass ich im Sportbereich arbeiten möchte. Jetzt ist mein Traum wahr geworden." Sie musste einen sechsstelligen Betrag investieren, um die Halle aufzubauen, trotzdem war ihr das Risiko nicht zu groß: "Jeder hat mir gesagt : Das wird klappen. Also war ich sehr zuversichtlich."

Bisher läuft für Luck alles nach Plan. Sportstudenten, Kletterer oder Akrobaten werden von der Trainingshalle geradezu angezogen. Vor wenigen Wochen waren 30 Polizisten da, die ihre Weihnachtsfeier zelebriert haben. Die Ninja Warrior Halle ist aber nicht nur etwas für Leute, die schon fit sind. Jeder ab zehn Jahren kann vorbeikommen und sich die Hindernisse nach den eigenen Fähigkeiten heraussuchen. Donnerstags gibt es einen Einführungskurs — und wer Blut geleckt hat, ist mit einer Zehnerkarte oder Monatsmitgliedschaft gut bedient. Die älteste Teilnehmerin bisher war übrigens 64 Jahre alt, doch die Altersgrenze ist nach oben hin offen.

Der "normale Parcour" beansprucht den Oberkörper stark. Wer sich einen Bizeps antrainieren möchte, ist hier richtig. Wer auf Übungen für Bauch, Beine und Po fokussiert ist, kann aber auch den Cross Fit Bereich nutzen. Außerdem gibt es noch ein kleines Café mit Getränken, Kuchen oder Pizza, für diejenigen, die gerade eine Pause machen und die anderen Sportler beobachten wollen. Denn jedes Mal, wenn es jemand schafft auf die höchste Wand zu klettern, applaudiert die ganze Halle. 

Selina Bettendorf

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