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Flammendes Inferno in der Tiefgarage

90 Feuerwehrleute und Rettungskräfte bei Brand in Forth im Einsatz: Haus mit 67 Bewohnern evakuiert - 01.08.2012 16:48 Uhr

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Verheerender Tiefgaragenbrand in Eckental

Der Brand einer Tiefgarage im Eckentaler Ortsteil Forth hat in der Nacht auf Mittwoch einen hohen Sachschaden verursacht. Vier PKW brannten aus, 20 weitere wurden durch Rauch, Hitze und die Löscharbeiten teils schwer beschädigt.


Die Ermittlungen gestalten sich nach Aussagen der mittelfränkischen Polizeisprecherin Simone Wiesenberg schwierig, weil es in der Tiefgarage, wo das Feuer in der Nacht zum Mittwoch ausgebrochen war, „noch zu heiß ist“. Wie Thomas Birkner, Pressesprecher des Kreisfeuerwehr-Verbands Erlangen-Höchstadt den EN erklärt, seien durch verbrannte Autos auch noch „Giftstoffe in der Luft“, die erst beseitigt werden müssten.

Aus diesen Gründen können weder Polizei noch Feuerwehr irgendeine Aussage darüber machen, ob der Brand in Forth mit der Feuerserie zusammenhängt, die seit Tagen die Ermittler im Landkreis Forchheim und im Erlanger Oberland beschäftigt (die EN berichteten über die mysteriöse Brandserie).

Der Alarm in Forth war am Dienstagabend gegen 23.45 Uhr bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Mittelfranken eingegangen. Beim Eintreffen von Feuerwehr und Polizei drang bereits starker Rauch aus der Tiefgarage in der Forther Hauptstraße. Wegen der massiven Rauchentwicklung wurden alle fünf Wohnblöcke, die über der Tiefgarage gebaut sind, evakuiert.

Die Bewohner der rund 50 Wohnungen wurden in das nahegelegene Feuerwehrhaus gebracht. Ein Anwohner erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung und wurde ins Krankenhaus gebracht. Die Betreuung der Evakuierten erfolgte durch die Ortsverbände des Roten Kreuzes aus dem Erlanger Oberland und aus Adelsdorf.

Die Freiwilligen Feuerwehren von Forth, Eschenau, Brand, Heroldsberg, Eckenhaid und Mausgesees-Ebach löschten die Flammen mit Schaum. Wegen der starken Hitzeentwicklung konnte der Löschschaum nur sehr schwer an den Brandherd gebracht werden. Zeitgleich wurden mehrere Hochdrucklüfter an den Zugängen des Wohnblockes positioniert, um den Trupps eine klare Sicht am Brandherd zu ermöglichen.

Nur mit Atemschutzgeräten ausgerüstet, konnte die Feuerwehr in der Tiefgarage in Forth das Feuer bekämpfen. Weil auch Pkw verbrannten, hatten sich giftige Gase gebildet. © Klaus-Dieter Schreiter


Dennoch war wegen der starken Rauch- und Hitzeentwicklung ein Herankommen an den Brandherd nur mit Atemschutzgeräten möglich. Insgesamt kamen im Wechsel 15 Trupps mit Pressluftflaschen zum Einsatz. Die komplette Gasversorgung des Anwesens wurde während des Einsatzes abgestellt.

Nachdem das Feuer gegen 1.30 Uhr eingedämmt worden war, stellte die Feuerwehr fest, dass vier Pkw vollständig ausgebrannt und weitere 20 Fahrzeuge in Mitleidenschaft gezogen worden waren. Die Nachlösch- und Aufräumarbeiten dauerten bis in den Mittwochvormittag.

Die Evakuierten durften gegen 3 Uhr nachts wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. In der Tiefgarage waren nach Angaben der Feuerwehr zum Zeitpunkt des Brandes 40 Fahrzeuge und sechs Motorräder geparkt.

Die Beamten der Kriminalpolizei Erlangen haben die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Erste Ergebnisse werden jedoch wegen der immer noch vorhandenen Hitze und den Giftstoffen in der Luft erst in einigen Tagen erwartet.

Bereits am Dienstagmittag hatte die Feuerwehr in der Goethestraße in Forth einen Wohnungsbrand löschen müssen. Der Schaden beträgt laut Polizei mindestens 15000 Euro. Ein 19-jähriger Bewohner hatte sich Frühlingsrollen zubereiten wollen und dazu eine Pfanne mit Öl auf die Herdplatte gestellt.

Dann vergaß er seinen Appetit und beschäftigte sich zusammen mit einem Freund am Computer. In dieser Zeit entzündete sich das Öl. Die beiden Männer nahmen Brandgeruch wahr, konnten aber nicht mehr eingreifen. Das Feuer hatte bereits auf die Kücheneinrichtung übergegriffen.

Die Feuerwehren aus Forth, Brand, Eschenau und Heroldsberg brachten den Brand schnell unter Kontrolle. Trotzdem war auch die übrige Wohnung aufgrund des Rußschadens nicht mehr bewohnbar. Glücklicherweise mussten die bereitstehenden Notärzte und Rettungssanitäter nicht tätig werden; gegen den jungen Mann ermittelt die Polizei wegen fahrlässiger Brandstiftung. 

EGBERT M. REINHOLD

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