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Fusion: Filialnetz der Erlanger Sparkasse soll bleiben

SPD-Kreistagsfraktion diskutiert mit Spitzenvertretern die Fusion - 16.03.2017 18:00 Uhr

Erlangen debattiert über seine Sparkassen. Es geht um eine Fusion. © dpa


"Ich möchte gewiss nicht derjenige sein, der die Türen hier zusperrt", meinte Roger Poncette, Geschäftsstellenleiter der Sparkasse in Hemhofen, bei einem Gespräch in seiner Filiale mit Stamm-Fibich, dem stellvertretenden Landrat Christian Pech und dem wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abgeordneten, Martin Ferschmann.

Es hat zwei Gründe, warum Stamm-Fibich sich für die "Bankendebatte" gerade die Filiale in Hemhofen ausgesucht hatte. Zum einen hat sie dort als ehemalige Bürgerin der Gemeinde noch ihr Girokonto, zum anderen steht die Filiale zwischen den beiden dominanteren Geschäftsstellen Adelsdorf und Röttenbach womöglich zur Disposition. Und gerade das wolle sie verhindern, betont Stamm-Fibich.

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Einer der richtigen Wege, diesen Standort zu sichern, sei eine zukunftsorientierte Zusammenlegung der Sparkassen, die im Verbund wesentliche Synergieeffekte nutzen könne. Roger Poncette, seit 1992 Mitarbeiter in Hemhofen, sprach in Zusammenhang mit der anhaltenden Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank davon, dass seine Sparkasse zwar nicht schlecht positioniert sei. Man müsse aber bald an die Reserven gehen.

Alle Beteiligten, auch Hemhofens Bürgermeister Ludwig Nagel (CSU), sprachen sich für den Erhalt des Filialnetzes aus sowie für die Bindung der Mitarbeiter — und zwar langfristig. Dies als eigenständige Kreissparkasse Höchstadt zu bewältigen, sei aber schwierig. Wird die Eigenständigkeit einer bodenständigen Bank geopfert, wenn es zu einem Zusammenschluss kommt? Verkümmern die Filetstücke der eigenständigen Sparkasse Höchstadt im Verbund mit Erlangen? Fragen, die am Rande laut wurden, aber angesichts der nicht bekannten Fusionsdetails nicht beantwortet werden konnten.

Sicher gebe es aktuell Doppelbesetzungen, die zur Debatte stehen, meinte der Vizelandrat Christian Pech. Aber ständig vom Eigenkapital beider Sparkassen zu zehren, sei nicht zielführend. Pech und Martina Stamm-Fibich gehe es vordringlich um den Erhalt des Filialnetzes und die Sicherung der Arbeitsplätze. Und Hemhofens Bürgermeister Nagel kündigte an "ich werde kämpfen für den Erhalt der Geschäftsstelle hier im Ort", auch bei einer Stadt- und Kreissparkasse Erlangen-Höchstadt-Herzogenaurach.

Argumente vorgestellt

In einem weiteren Pressegespräch in Adelsdorf im Landhotel Drei Kronen haben die Verfechter einer Sparkassen-Fusion Tage darauf erneut ihre Argumente vorgestellt. Sie sehen die Entscheidung für eine Stadt- und Kreissparkasse Erlangen–Höchstadt–Herzogenaurach als gesetzt an. Vizelandrat Christian Pech (SPD) hatte verschiedene Genossen, Landrat Alexander Tritthart (CSU), die führenden Sparkassen-Vertreter Reinhard Lugschi (Höchstadt) und Johannes von Hebel (Erlangen) sowie den Vizepräsidenten des Sparkassenverbandes Bayern, Roland Schmautz, eingeladen.

Das Fazit des "Spitzengespräches" könnte wohl heißen: "Die Messe ist gelesen." Man habe sich, meinte Pech, gut ein halbes Jahr lang mit dem Thema intensiv beschäftigt und mit dem Sparkassen-Spitzenverband eng kooperiert. Dessen Vertreter Roland Schmautz sprach von Vorteilen für alle Beteiligten: von einer Stärkung der Wirtschaftsregion, von der Möglichkeit der Finanzierung großer Projekte, der Unterstützung des Mittelstandes, aber auch davon, nah bei den Kunden zu bleiben. 

"Ohne die Schließung von Geschäftsstellen, ohne den Abbau von Personal", so Schmautz. Letzteres, ein ausdrückliches Anliegen der Bundestagsabgeordneten Martina Stamm-Fibich und der SPD, relativierte der Vizepräsident allerdings und sagte, es gebe keine "fusionsbedingten Kündigungen". 

Niko Spörlein

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