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Große Anerkennung

Die Jugendfarm feiert Unesco-Auszeichnung - 09.12.2010 22:49 Uhr

Glückwünsche: Stefan Müller (von der Lebenshilfe, dem Kooperationspartner der Jugendfarm), Oberbürgermeister Siegfried Balleis freuen sich mit Gisela Bolbecher. Eva Kneißl-Beck und Marco Fischer (Jugendfarm). © Edgar Pfrogner


„Wir freuen uns total“, sagte Gisela Bolbecher, die Vorsitzende der Jugendfarm e.V., und Eva Kneißl-Beck meinte locker: „Nürnberg hat die Eisenbahn, wir haben die Jugendfarm. In die Freude stimmte auch Oberbürgermeister Siegfried Balleis ein, der — wie auch die CSU-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Birgitt Aßmus — zu der Feier gekommen war und anerkennend sagte: „Das ist eine tolle Geschichte“.

„Wasser ist das zentrale und wichtigste Nahrungsmittel“, erklärte Marco Fischer, der Umweltpädagoge der Jugendfarm „Es gehe darum, die Kostbarkeit des Wassers zu verdeutlichen“. Wasser sei eben nicht, wie man es in der hiesigen Gesellschaft denke, überall und in unerschöpflicher Menge vorhanden. Wasser sei ein wertvoller Rohstoff, mit dem man verantwortungsvoll umgehen muss. Dieses Verständnis versucht das Projekt H2Klar-O! zu vermitteln, und trifft damit genau die Intention der internationalen Initiative der Unesco: Die Prinzipien nachhaltiger Entwicklung weltweit in den einzelnen nationalen Bildungssystemen zu verankern.

Umgesetzt hat die Jugendfarm die Idee zum Beispiel durch die Aufstellung von Regentonnen mit einem Anschluss an das Dachrinnensystem von Blockhaus und Bürogebäude. Damit gewinnt man Brauchwasser für Reinigung und Pflanzenbewässerung. Oder mit der Konstruktion und Installation einer Regenwasser-Messstation im Rahmen eines Technik-Bastelprojekts mit Jugendlichen, um die täglichen Regenmengen, die auf das Gelände der Jugendfarm fallen, messbar und erfahrbar zu machen.

Buchbare Bildungsangebote

Mit einem vielfältigen buchbaren Bildungsangebot für Gruppen und Schulklassen wird die Bedeutung von Wasser und Nachhaltigkeit dauerhaft thematisiert. Die Analyse des täglichen Wasserverbrauchs als Projekt mit Kindern und Jugendlichen, um Verschwendungsursachen und mögliche Einsparmöglichkeiten zu ermitteln, steht dabei auf dem Programm.

Gisela Bolbecher und Eva Kneißl-Beck dankten ihren Mitarbeitern, vor allem ihrem Umweltpädagogen Marco Fischer (seinem „Engagement und der Fachkenntnis ist es zu verdanken, dass wir die Auszeichnung der Unesco letztendlich bekommen haben“).

Kneißl-Beck betonte gleichzeitig neue Ziele für die Jugendfarm: „Wir befinden uns inmitten eines sehr spannenden Prozesses, auf dem Weg hin zu unserem erklärten Ziel, der Anerkennung als Umweltstation. Im Moment etabliert sich die Jugendfarm, als außerschulische Bildungseinrichtung, besonders in den Bereichen Umweltpädagogik und Bildung für Nachhaltige Entwicklung.“

Unterstützung benötige die Jugendfarm dafür, „ideelle, konkrete und politische“, sagte Kneißl-Beck. Und sie machte die Idee den Verantwortlichen gleich schmackhaft: Eine Anerkennung der Jugendfarm als Umweltstation sei nicht nur ein „Imagegewinn für Erlangen, sondern eine erlebbare Bereicherung der Bildungs- und Gesundheitsstadt Erlangen.“

  

Ralf H. Kohlschreiber

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