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Nachdem der Gemeinderat bereits Ende 2010 beschlossen hatte, für das Gebiet Rothweiher am nördlichen Ortsrand einen Bebauungsplan aufzustellen und den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern, ist nun auch das sogenannte „Scoping-Verfahren“ abgeschlossen. Darin haben die Träger öffentlicher Belange ihre Bewertungen abgegeben und teilweise auch Änderungsvorschläge gemacht.
So sieht die Regierung von Mittelfranken mit Blick auf die leicht sinkende Bevölkerungsentwicklung zwar keinen weiteren Bedarf an Wohnbauflächen, stellt die Einwendungen aber zurück, wenn anteilig zu den neuen Wohnbauflächen mittel- bis langfristig nicht realisierbare Erweiterungspotenziale aus dem Flächennutzungsplan herausgenommen werden.
Der Regionale Planungsverband äußert sich ähnlich. Da laut Bürgermeister Rudolf Greif die Eigentümer der „Posteläcker“ – das ist das Gebiet an der katholischen Kirche zwischen der Geigenbauersiedlung und dem alten Ortskern – momentan ohnehin nicht verkaufen wollten, könnte man diese Fläche aus dem Flächennutzungsplan herausnehmen und so die Bedenken von Regierung und Planungsverband zerstreuen. Das sieht seine Verwaltung auch so, allerdings sollen die Flächen trotzdem im Flächennutzungsplan verbleiben um nicht den Eindruck zu erwecken, „der städtebaulich nach wie vor wünschenswerte Lückenschluss zwischen dem alten Ort und der Geigenbauersiedlung werde auf unabsehbare Zeit aufgegeben“. Dem hat das Landratsamt laut Bubenreuther Verwaltung zugestimmt. Auch andere potenzielle Baugebiete sollen nun nach einem Gespräch mit dem Landratsamt entgegen den Einwendungen der Regierung von Mittelfranken im Flächennutzungsplan verbleiben.
Das vom Bund Naturschutz geforderte Flächenmanagement wird man nicht realisieren, jedoch ist eine von der Unteren Naturschutzbehörde – das ist in diesem Fall das Landratsamt – geforderte „spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“ erfolgt. Die habe „keine besonderen Konfliktpotentiale“ aufgezeigt, sagt die Bubenreuther Verwaltung.
Dass der Gemeinderat in das Scopingverfahren und die Planungen für das Rothweihergebiet „nicht so einbezogen war wie notwendig und rechtlich erforderlich“ monierte SPD-Sprecher Hermann Stumptner. Gleichzeitig forderte er die demographische Entwicklung bei der Planung mehr zu berücksichtigen und auch den energetischen Aspekt nicht zu vergessen. Dass man bei den Planungen nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft habe meinte auch sein Fraktionskollege Manfred Winkelmann und schlug vor, sich Erlangen als Vorbild zu nehmen und Professor Martin Hundhausen miteinzubinden, um eine energieoptimierte Bauweise zu erreichen.
Da auch noch Vorschläge aus anderen Fraktionen kamen und das Baugebiet „Rothweiher“ ohnehin während einer Bürgerversammlung Anfang März vorgestellt werden soll schlug Tassilo Schäfer (CSU) vor, die geplante Abstimmung über Bebauungs- und Flächennutzungsplan zu verschieben, um eventuelle Wünsche aus der Bürgerschaft berücksichtigen zu können. Dem stimmte der Gemeinderat einstimmig zu.
