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Heubisch traf auf protestierende Erlanger Studenten

Wortwechsel verlief ergebnislos - Minister: Studiengebühren bleiben - 13.11.2011 07:57 Uhr

Bei der Einweihung des neuen Uni-Gebäudes für Mathematik und Informatik ist der bayerische Staatsminister Wolfgang Heubisch von einer Demonstrantengruppe empfangen worden. © Bernd Böhner


Mit Transparenten und Sprechchören empfingen rund 100 Studierende den Wissenschaftsminister (und seinen Kollegen, Innenminister Joachim Herrmann) anlässlich der Einweihung des Neubaus für die Lehrstühle Mathematik und Informatik im Universitäts-Südgelände.

Die Studenten verwiesen darauf, dass – außer Niedersachsen – alle anderen Bundesländer die Studiengebühren entweder gar nicht erst eingeführt, zumindest aber nach einer Erprobungsphase wieder abgeschafft hätten. Auch in Bayern habe sich gezeigt, dass die Gebühren von 500 Euro je Semester ausschließlich die Studierenden belasteten, jedoch nur geringe Effekte zeigten, wenn Lehr- und Studienbedingungen verbessert werden sollten. Vor allem bei der Linderung des Personalmangels seien die Gebühren denkbar ungeeignet, weil Professoren und wissenschaftliche Mitarbeiter zwingend staatlich finanziert werden müssten. Studiengebühren dürften auch dort nicht eingesetzt werden, wo der Staat für die ordnungsgemäße Durchführung des Lehrauftrags zuständig sei.

Zugang erschwert?

Eine Universität dürfe als Ort der Forschung, der Lehre und des Studiums nicht bevorzugt nach ökonomischer Leistungsfähigkeit beurteilt werden; Studiengebühren trügen zudem dazu bei, Studierenden aus Familien mit niedrigem Einkommen den Zugang zur und den Verbleib in der Universität zu erschweren.

Als „bezeichnend“ empfinden es die diesmal aktiven Fachschaftsinitiativen der Technischen Fakultät (TechFak), dass ausgerechnet eine Werbemappe der Universität mit Argumenten für die Studiengebühren aus denselben bezahlt wurde, wie sie beklagen.

Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch, der sich mit den Forderungen ganz unmittelbar konfrontiert sah, wollte sich nicht überzeugen lassen. In anderen Bundesländern, die die Gebühren abgeschafft hätten, fehle das Geld an allen Ecken und Enden, ist er überzeugt.

Und die Gebühren, verteilt auf die einzelnen Monate, seien kaum geeignet, Studierende finanziell zu „strangulieren“; die immer wieder ins Feld geführten erzwungenen Kreditaufnahmen seien seiner Erfahrung nach überflüssig. Und der beklagte Umstand, dass Studierende sich einen Job zur Finanzierung ihres Studiums suchen müssten, habe es auch vorher schon gegeben. Bayern werde bei seiner Haltung bleiben, die Studiengebühren würden nicht abgeschafft.
  

PETER MILLIAN

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