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In Baiersdorf sitzt die Angst vor Wasser tief

Vollgelaufene Keller im Mai und Juli — Bald eine Bürgerversammlung - 12.08.2018 10:00 Uhr

Baiersdorfer Feuerwehrleute nach dem Einsatz zum Keller auspumpen infolge des Starkregens am 29. Mai dieses Jahres. © Friedrich/News5


Am 5. Juli standen nach einem kurzen Starkregen die Bahnunterführung und mehrere Keller in Baiersdorf unter Wasser – vor allem im Stadtteil Wellerstadt. "Was können wir da tun?", fragte Julia Seidel (FDP) nach und schob gleich hinterher, ob es nicht sinnvoll wäre, da einen Sachverständigen hinzuzuziehen.

Bürgermeister Andreas Galster (CSU) berichtete, dass jetzt ein neues Pumpwerk an der Bahnunterführung in Betrieb gehe. Gleichwohl befürworteten auch Jürgen Ries (SPD) und Christina Lepper (CSU) die Anregung, einen Sachverständigen hinzuzuziehen. Immerhin, das sieht auch Galster so, sei die Bahnunterführung der am meisten frequentierte Weg in Baiersdorf. 

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Sintflutartige Regenfälle haben im Juli 2007 in der Region ein Menschenleben und mindestens zehn Verletzte gefordert sowie Sachschäden in Millionenhöhe angerichtet. In den Landkreisen Forchheim und Erlangen-Höchstadt wurde Katastrophenalarm ausgelöst.


Damit sei aber die Überflutung der Keller in Wellerstadt noch nicht geklärt, hakte Seidel nach. Dort waren am 29. Mai und am 5. Juli mehrere Keller nach einem Regenguss unter Wasser gestanden und mussten ausgepumpt werden. "Wir haben jeweils den Kanal befahren lassen. Die Firma Bischoff sagt uns, die Kanäle seien in Ordnung", beschrieb der Bürgermeister das städtische Handeln.

Dennoch, so Dorothea Neubauer (CSU) habe es nach 2007 bis heute das Problem nicht mehr gegeben, jetzt jedoch innerhalb weniger Wochen zweimal und jeweils in den gleichen Bereichen. Matthias Götz googlete und ließ die Anwesenden wissen, dass am 29. Mai 33 Liter und am 5. Juli 52 Liter Regen je Quadratmeter gefallen seien.

Ein Bürger aus der Neissestraße, dessen Keller zweimal vollgelaufen war, sagte: "Ich wohne seit 41 Jahren hier und hatte das Problem noch nicht. Die Regenmengen müsste der Kanal doch packen." Galster erwiderte, dass es nach Aussagen der Experten nicht zu hydraulischen Überlastungen im Kanalsystem komme.

Ein weiterer Bürger behauptete, dass das Problem in den Wellerstadter Straßen bestehe, seit der Kanal beim THW erneuert worden sei. Ein 30er Rohr sei für so viel versiegelte Fläche zu gering. Laut itwh-Studie sei das Kanalsystem ausreichend, meinte Galster achselzuckend. Er wolle aber gern das Kanalsystem noch einmal in einer öffentlichen Veranstaltung präsentieren. 

Freilich sei die Befahrung nach den Regenereignissen nicht komplett möglich gewesen, weil zum Beispiel in der Königsberger Straße das Kanalrohr teils auf Privatgrund verlaufe.

"Herr Bürgermeister, merken Sie denn nicht, dass die Bevölkerung Angst hat?" heizte Johann Mörixbauer (SPD) die ohnehin hitzige Debatte noch einmal an. Und Erika Baier (CSU) folgerte: "Wenn das öfter passiert, müssen wir Fachleute herholen und einfach den Kanal auswechseln." Da stimmte ihr Christina Lepper zu. Sie wollte wissen, von wann das itwh-Gutachten sei. 2008 sei der Generalentwässerungsplan begonnen, vor vier oder fünf Jahren im Stadtrat vorgestellt worden, erinnerte Galster.

Julia Seidel erkannte, "dass wir jetzt nicht weiterkommen". Sie beantragte daher, noch vor dem Herbst eine Bürgerinformation mit Experten zu halten. Galster sicherte zu: "Wir machen eine Bürgerversammlung zum Thema mit Sachverständigen". 

dik

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