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Jugendfarm wächst aus ihren Kinderschuhen heraus

Das Gesamtkonzept der Einrichtung wird sich ändern — Anerkennung als Umweltstation steht in Aussicht - 02.12.2013

Die Jugendfarm hat Großes vor: Eva Kneißl, die Farm-Chefin, vor der alten Stallung, die einem zweistöckigen Neubau weichen soll. Allein die Finanzierung des Bauvorhabens ist noch nicht in trockenen Tüchern. © Harald Sippel


Im Zug einer Bauvoranfrage hat jetzt der Naturschutzbeirat das Gelände besichtigt. Dessen Mitglieder ließen sich von der Jugendfarm-Leiterin Eva Kneißl vor Ort erklären, wie das neue Gebäude einmal aussehen soll.

Denn dort, wo man derzeit hinter großen Holztoren Pferdesättel und die Zirkusausrüstung sowie eine Werkstatt vorfindet, soll ein zweigeschossiges Haus entstehen, das viel mehr Platz bietet — unter anderem für einen großen Gruppenraum, in dem 50 Personen untergebracht werden können. Einen solchen Raum werde man brauchen, wenn die Jugendfarm Umweltstation sei und noch häufiger als bisher von Schulklassen besucht werde, erläuterte Eva Kneißl. Der einzige beheizbare Gruppenraum, den die Einrichtung momentan hat, ist deutlich kleiner.

Die Ernennung zur Umweltstation ist für die Jugendfarm in greifbare Nähe gerückt, dann wäre die Freizeit- und Bildungseinrichtung die 51.Station in Bayern. In diesen Wochen steht die Anerkennung in Aussicht — und wäre dann ein neuer markanter Eckpunkt in der fast 40-jährigen Geschichte der Jugendfarm, die sich 1973/74 aus einer Elterninitiative gründete und als neugegründeter Verein im Jahr 1976 das Gelände im Meilwald von der Stadt pachtete.

Viel hat sich seitdem getan, jetzt müssen die Räumlichkeiten an die aktuelle Situation angepasst werden. Denn vieles, so Eva Kneißl, sei noch so wie in der Zeit, „als noch drei Leute hier gearbeitet haben“. Inzwischen gibt es jedoch fast 20 Mitarbeiter, die Hälfte sind pädagogische Kräfte, davon einige mit spezieller Ausrichtung wie Umwelt- oder Naturpädagogik. Ein größeres Mehrzweckgebäude würde ihnen auch ermöglichen, ihre Materialien aufzubewahren. „Momentan nehmen wir die Experimentierkoffer zu Themen wie Wald oder Wasser jedes Mal wieder mit nach Hause“, sagt Eva Kneißl.

Stark nachgefragt

Schon jetzt ist die Jugendfarm über die Stadtgrenzen hinaus bekannt und beliebt, wird von Familien bei Ausflügen besucht, für Kindergeburtstage gebucht. Vor allem aber wird das Ferienprogramm stark nachgefragt, bis zu 200 Kinder tummeln sich hier im Sommer an einem Ferientag.

Doch weil auch im Sommer längst nicht immer nur die Sonne scheint, wirft auch dieser erfreuliche Zuspruch Probleme auf: An Regentagen fehlen überdachte Flächen beziehungsweise Räume, ein ausrangiertes BRK-Zelt schafft Abhilfe, ist aber keine Dauerlösung. Zusätzlich zu dem gewünschten Neubau soll deshalb irgendwann einmal auch die Überdachung des Außensitzplatzes am Aufenthaltsgebäude der Lebenshilfe vergrößert werden. Mit der Lebenshilfe hat die Jugendfarm vor knapp zehn Jahren eine Kooperation begonnen.

Die ambitionierten Umgestaltungspläne setzen aber nicht nur bei den Gebäuden an, sondern münden in ein Gesamtkonzept. Ein neuer Stall für die Esel, Schafe und Ziegen ist fast fertig. Ab kommendem Frühjahr soll eine „Mensch-Tier-Begegnunsinsel“ zur neuen Attraktion werden.

Anderes wurde bereits umgestaltet: So wurde der Ententeich zugeschüttet, der Misthaufen in den hinteren Bereich verlegt, wo eine überdachte Miste gebaut wurde. Dort, wo einst die Hühner residierten, lockt jetzt das Café Hühnerstall. Das Federvieh hat eine Übergangsheimat in einem Bauwagen gefunden, nächstes Jahr soll ein Stall gebaut werden. Fäkalien, Mist, Milben und ähnliches, das krank machen könnte, sind damit beseitigt. „Wir versuchen, das alles richtig ordentlich zu machen“, sagte Eva Kneißl gegenüber dem Naturschutzbeirat.

Frage der Finanzierung

Bleibt noch die Frage der Finanzierung. Falls sie staatlich anerkannte Umweltstation wird, kann die Jugendfarm Fördermittel vom Freistaat beantragen. Über den Verein bekommt sie Mitgliedsbeiträge. Vor allem aber ist sie auf Sponsoren angewiesen. Um die Baupläne verwirklichen zu können, kommt also noch eine große Aufgabe auf Eva Kneißl zu: Sie muss Geld auftreiben.

Bereits jetzt macht man sich bei der Jugendfarm aber schon Gedanken über ein anderes Thema: Wie man weitere Parkplätze hinzugewinnen kann. Denn als Umweltstation würde sie voraussichtlich noch mehr Besucher als bisher anlocken.

 

VON EVA KETTLER

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