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Die EN haben bereits im Januar ausführlich über das mehr als zehnjährige Vertragsgerangel zwischen den Bibliotheksbetreibern Marktgemeinde und katholische Kirche berichtet. Seit dem Jahr 2000 wurde an einer Betriebskosten-Vereinbarung herumgedoktert. Bis 2005 billigte der Gemeinderat ein halbes Dutzend Vertragsentwürfe und bekam sie mit immer neuen Zusatzwünschen der Kirchenstiftung unerledigt zurück. Die Änderungsverlangen betrafen die Kuratoriumsbesetzung, aber auch Forderungen nach Erwerb eines Garagenstellplatzes für die Bücherei und nach einem Wiederkaufsrecht am fern gelegenen Schulgelände Schellenberger Weg. Das weitgehend ehrenamtlich engagierte Bibliothekspersonal ließ sich vom Trauerspiel gottlob nie entmutigen.
Seit 2006 lag der letzte Vereinbarungsentwurf auf Eis, und so hätte sich der Gemeinderat theoretisch freuen können, das Kapitel endlich abzuschließen. Dass sich die Freude darüber aber in Grenzen hält, liegt an einer nicht eingehaltenen Zusage der Kirche, ein Darlehen von 153400 Euro für den Büchereibau abzulösen. Die Erzbischöfliche Seminarstiftung Bamberg, auf deren Gelände die von der Kommune errichtete Bücherei steht, und die Finanzkammer des Bistums verboten der örtlichen Kirchenstiftung diese Baukostenbeteiligung.
Zwar warb die Rathausverwaltung nunmehr erfolgreich für ein im Januar noch vertagtes Vergleichsangebot zwischen Kirche und Marktgemeinde. Es sieht den gegenseitigen Verzicht auf Außenstände vor und soll der Gemeinde einen Vorteil von 15660 Euro bescheren. Dieser „Rabatt“ ist allerdings im Vergleich zur ursprünglich zugesagten Darlehensübernahme nur ein Minimalbetrag.
Vier SPD-Gemeinderatsmitglieder stimmten gegen das mehrheitlich angenommene Vergleichsangebot. Vier oder fünf Kommunalpolitiker aus unterschiedlichem Lager votierten auch gegen die Büchereivereinbarung, die Betriebs- und Medienzuschüsse der katholischen Pfarrei von jährlich 8000 Euro vorsieht. Die Kirche wollte die beiden Abmachungen nur als Paket akzeptieren.
Ein weiterer Tagesordnungspunkt: Sozialpädagoge Martin Hempfling vom Landratsamt Forchheim stellte die „Sozialraumanalyse 2011“ des Landkreises vor. Sie zeichnet von der Situation der 1461 Kinder und Jugendlichen in Neunkirchen ein recht günstiges Bild. Pro Kopf muss der Landkreis daher nur 155 Euro an Jugendhilfe aufwenden, die Hälfte des Durchschnittsbetrags im Landkreis.
Ob man bei dieser Lage einige Jugendprojekte in der Gemeinde, die 3,3 Millionen Euro an Kreisumlage berappe, nicht stärker fördern könne, fragte Gemeinderat Anton Spatz an. Hier hielt sich Jugendhilfe-Planer Hempfling bedeckt.
Erledigt wurden in der Gemeinderatssitzung außerdem zwei Nachholaufgaben. Im Neubaugebiet „Galgenanger“ an der Staatsstraße nach Effeltrich wird das notwendige Regen-rückhaltebecken in östliche Richtung verschoben. Dadurch soll der Lebensraum des „Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläulings“, eines Falters, bewahrt werden. Mit der von Bürgermeister Heinz Richter befürworteten Umplanung kommt man Forderungen der örtlichen Naturschützer und der Fachstelle am Landratsamt nach.
Außerdem wurde, ebenfalls vom Ingenieurbüro Höhnen & Partner, ein überarbeiteter Bebauungsplan-Vorentwurf für den Bereich Saarstraße/Gartenweg in Ermreuth vorgelegt. Er sieht eine geänderte Verkehrserschließung und nunmehr acht Bauplätze mehr vor. Die Planer wiesen darauf hin, dass es zudem das rechtsverbindliche Wohnbaugebiet „Baumgartenstraße“ mit 33 unbebauten Grundstücken in Ermreuth gibt.
