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Kinder-Workshops zum Figurentheater-Festival

"Die Puppe lebt ja!" - Fester Bestandteil zur Veranstaltung - 09.04.2013 13:30 Uhr

Faszination Puppenspiel: Neville Tranter beim Workshop in der „Jugendlernstube Bruck“. © Georg Pöhlein


„Die Kinder müssen mitbekommen, dass sie Teil von etwas Großem sind.“ Der vielbeschäftigte Puppenspiel-Altmeister Neville Tranter kann ganz schön pathetisch werden, wenn es darum geht, seine Intentionen zu beschreiben, warum er zwischen seinen Auftritten in aller Welt zu einem Kinder-Workshop nach Erlangen kommt.

„Alles was ich bin...Bilder, Figuren, Objekte“ nennt sich das kulturpädagogische Kooperationsprojekt des beim Kulturprojektbüro angesiedelten „KS:ER — Kulturservice Erlangen für Schulen und Kitas“ mit dem Institut für Theater- und Medienwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität. „Wir wollen hier einen festen Bestandteil für das Figurentheater-Festival schaffen“, beschreibt die Leiterin des Kulturprojektbüros, Anke Steinert-Neuwirth, die Ziele für dieses Angebot. Bei der diesjährigen Premiere erreicht das Veranstalter-Team damit bereits über 180 Kinder und Jugendliche aller Schularten. „Natürlich geht es auch darum, die sogenannten bildungsfernen Schichten zu begeistern und so einen Zugang zu den unterschiedlichen Genres, die alle zwei Jahre beim Festival zu Gast sind, zu ermöglichen.“

Vorteile für Erlanger Vision

Doch „Alles was ich bin...“ möchte noch mehr: „Es geht darum, den oft strapazierten Begriff der kulturellen Bildung ernst zu nehmen und eine Nachhaltigkeit anzupeilen“, ergänzt André Studt, Dozent für angewandte Theater- und Medienwissenschaft an der FAU. Bereits im Vorfeld habe man überlegt, eine eigene Inszenierung mit Kindern und Jugendlichen auf die Beine zu stellen. Einzig die kurze Vorlaufzeit ließ dieses Projekt scheitern. Zunächst. Denn bis zum nächsten Figurentheater-Festival, das dann wieder 2015 ansteht, hat man genügend Zeit für solch ein Unternehmen. Studt: „In diesem Jahr steht noch das Begegnen, Kennenlernen und Entdecken im Mittelpunkt. Ziel ist aber eine kontinuierliche, von unserem Institut unterstützte Arbeit, die in einer Inszenierung mündet.“

Ein großer Vorteil für die Erlanger Visionen: Alle angefragten Künstler haben darauf positiv reagiert, und so wirken zum Auftakt viele namhafte Theatermacher wie die Puppenspieler Neville Tranter, Christoph Bochdansky, Julika Mayer oder der Schattentheater-Mann Carlos Malmedy mit.

Dabei können die jungen Projekt-Teilnehmer natürlich gar nicht einschätzen, welche Koryphäen hier mit ihnen arbeiten. „Als Neville Tranter etwa in der Lernstube Bruck auftauchte, dachten manche Kinder: Da kommt eben ein alter Mann und bringt Puppen mit. Was sollen wir damit anfangen“, berichtet Steinert-Neuwirth. Doch die Faszination stellte sich schnell ein. „Er begrüßte jeden einzeln und setzte sich einfach mit einer seiner Puppen auf dem Schoß vor die Kinder. Schweigen. Nur die Puppe blickte von Kind zu Kind. Fixierte jeden. Plötzlich rief einer: ,Die Puppe lebt ja!‘“.

Es folgten drei konstruktive Workshop-Tage. „Kinder können ganz viel, wenn man ihnen etwas zutraut“, bilanziert Studt. Einblicke in die Zusammenarbeit gibt es übrigens am „Schüler-Werkstatt-Tag“ (6. Mai) im Frankenhof — natürlich während des Festivals. Schließlich sollen die Kinder ja „ein Teil des Ganzen sein“.

www.figurentheaterfestival.de 

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