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Die Privatbrauerei Kitzmann feiert in diesem Jahr 2012 ein gerade für eine mittelständische Brauerei im Familienbesitz denkwürdiges Jubiläum: Seit 1712, also seit drei Jahrhunderten, ist die Erlanger Braukunst in der Südlichen Stadtmauerstraße zuhause. Für den heutigen Chef des Unternehmens, Peter Kitzmann, war der Lichtmesstag „mit seinem hellen und freundlichen Weiß“ der richtige Anlass, den Auftakt zum Festreigen zu feiern – ein Jubiläum, das auch daran erinnern soll, „dass es uns immer noch gibt und wir nicht zerbröselt sind wie viele andere: Die alte Burg steht fest gemauert.“ Dass es so ist, liegt nach Kitzmanns Überzeugung auch daran, „dass wir kein Bier für die High Society machen, aber auch keinen Plempel“. Im Hause Kitzmann habe man „schon immer großen Wert auf die hohe Qualität der Zutaten und größte Sorgfalt beim Brauen gelegt“.
Zusammen mit Vater Karl, Schwester Elisabeth und Peter Kitzmann hatten rund 100 Gäste aus Wirtschaft, Verwaltung, Politik und aus dem persönlichen Freundes- und Bekanntenkreis die erste Gelegenheit, das Jahresmotto „300 Jahre Brautradition“ in flüssiger Form zu genießen. Das ging allerdings erst, nachdem Oberbürgermeister Siegfried Balleis mit vier Schlägen das Jubiläumsfass angestochen hatte – weniger Hiebe wären möglich gewesen, doch wollte der OB angesichts stark beengter Verhältnisse nicht allzu weit ausholen.
Die Autoren Martin Schieber und Thomas Engelhardt (Letzterer auch Leiter des Stadtmuseums) gaben einen Blick frei auf den letzten Stand der Geschichtsschreibung, wie er sich auch in einem Büchlein im Herbst darstellen wird und noch einmal daran erinnert, dass die „Geburt“ der Braustätte auf einen markgräflichen Erlass zurückgeht: Ein Leonhardt Buirette von Oehlefeld erhielt 1712 das Privileg, am südlichen Stadtrand eine weitere Braustätte zu bauen. Nach vier weiteren Besitzern ist die Braustätte an der Südlichen Stadtmauerstraße seit 1833 in Kitzmann-Hand.
Für die Gratulanten Werner Glossner (für die mittelständischen Brauereien) und für Pfarrer Wolfgang Leyk (für Gott und die kleine Welt der Neustadt) ein Glücksfall: Die Bauhandwerker für die Neustädter Kirche hatten ihren Pausentrunk — und Bayern bis zum heutigen Tag eine weitere Traditionsbrauerei.
