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„Unsere Arbeit hat sich herumgesprochen. Immer mehr Künstler melden sich bei uns, um zu besprechen, was für eine Übernahme in unsere Sammlung geeignet ist.“ Die Gründe für diese regelmäßigen Schenkungen hat Barbara Leicht, die zusammen mit Jürgen Sandweg die Kunstmuseum-Ausstellung kuratiert und die Sammlung betreut, schnell bei der Hand: „Wir haben hier einen Anspruch, der von Künstlern geschätzt wird, und vor allem sind wir eine Institution, die die gesammelte Kunst regelmäßig zeigt.“ Beispielsweise noch bis 11. März in der Ausstellung „Wunschkunst — Kunstwunsch“ (Kunstmuseum im Loewenich’schen Palais, Nürnberger Straße 9, geöffnet: Di.—Fr. 11 bis 18 Uhr, Sa./So. 11 bis 16 Uhr). Die Schau präsentiert Werke aus der Sammlung und dazu weitere Arbeiten, die den Bestand sinnvoll ergänzen würden. „Das Kunstmuseum hofft auf Sponsoren, die durch Ankäufe einzelner Objekte unsere Sammlung unterstützen.“ Die ersten Kunstfreunde haben übrigens bereits Kontakt mit dem Kunstmuseums-Team aufgenommen. Jürgen Sandweg: „Wir hoffen aber natürlich auf noch mehr Unterstützung.“
Wer einmal in die Depots des Kunstmuseums geblickt hat, erkennt schnell, dass der Anspruch, ein „kulturelles Gedächtnis der Metropolregion“ zu sein, durchaus gerechtfertigt ist. Weit über 20000 Arbeiten von 230 Künstlern sind hier vereint. Das Who is Who der regionalen Bildenden Kunst aus den vergangenen Jahrzehnten. Da niemand erahnen kann, wie kommende Generationen Werke beurteilen, muss zwangsläufig auch in die Breite gegangen werden. Dennoch betont Barbara Leicht: „Wir müssen stets sichten und auswählen.“
Betreut wird die Sammlung ehrenamtlich. Auch für die Ausstellung stehen dem Kunstmuseum meist nur sehr kleine Etats zur Verfügung. Vor allem Sponsoren sorgen dafür, dass das Team der Kunst-Enthusiasten dennoch eine qualitativ hochwertige Arbeit verrichten kann, die weit jenseits der Stadtgrenzen wahrgenommen und geachtet wird. Derzeit wird beispielsweise die Vernetzung mit Unter- und Oberfranken sowie der Oberpfalz vorangetrieben. Kontakte wurden geknüpft und ein Ausstellungs-Austausch etabliert.
Nicht zuletzt, da das Projekt „Kunstvilla“ samt Sammlungskonzept in Nürnberg derzeit nach langen Verzögerungen erst in der Entstehungsphase ist, hat sich das Kunstmuseum Erlangen in den vergangenen Jahren zur Top-Adresse für die Pflege von Moderner und Gegenwartskunst der Region entwickelt. Auch durch einen Kunstbegriff, der mit Karikaturen, Comics und künstlerische Keramik weiter gefasst ist als andernorts.
Diese Sonderstellung könnte — wenn die „Wunschkunst-Kunstwunsch“-Schau Anklang bei potenziellen Sponsoren findet — mit ein paar Neuankäufen für die Sammlung ausgebaut werden.
