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Landkreis ERH ist auf dem Weg zur Bildungsregion

Schul- und Jugendhilfeausschuss sprechen sich einstimmig für Bewerbung aus - 10.10.2017 15:00 Uhr

Junge Menschen bei der Bildung fördern: Das will der Landkreis Erlangen-Höchstadt weiter vorantreiben. © colourbox.de


"Das freut mich wirklich", sagte Landrat Alexander Tritthart am Ende der gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse, die nur das Thema "Bildungsregion" hatten. Vor drei Jahren war der Landkreis aufgebrochen, sich das Qualitätssiegel abzuholen.

Im Schulausschuss hatte Tritthart am 4. November 2014 das Thema zur Sprache gebracht. Für den Landrat ein "persönliches Anliegen", er hatte das Projekt angeschoben.

Gestern ließ Sven Czekal, der Bildungskoordinator des Landkreises, im Sitzungssaal des Landratsamtes die vergangenen drei Jahre noch einmal Revue passieren. Titel: "Meilensteine auf dem Weg zur Bildungsregion Erlangen-Höchstadt." Seiner Aussage zufolge habe es teilweise "erstaunliche Ergebnisse" gegeben.

Begonnen hatte es nach dem Beschluss des Schulausschusses zunächst mit einer Online-Befragung zu den vorhandenen Bildungsangeboten im Landkreis. Sechs Arbeitskreise hielten Sitzungen, und zwei Dialogforen gab es.

Die Bewerbung zur Bildungsregion ruht auf fünf Säulen: Die Übergänge zwischen den Schulen zu begleiten und die Vernetzung von Bildungsträgern und -angeboten. Die dritte Säule steht unter dem Thema "Kein Talent darf verloren gehen" und bedeutet, dass Kindern in allen besonderen Situationen geholfen werden soll, den richtigen Weg zu finden. Die vierte Säule will junge Leute für das ehrenamtliche Engagement in der Jugendarbeit gewinnen. Die fünfte und letzte Säule widmet sich dem demografischen Wandel und den daraus resultierenden Aufgaben.

Auch wenn das Qualitätssiegel "Bildungsregion in Bayern", das vom Kultusministerium verliehen wird, keinerlei finanzielle Vorteile verspricht, will der Landkreis das Thema "zügig angehen und Mittel zur Verfügung stellen", wie der Landrat in der gemeinsamen Ausschuss-Sitzung erklärte.

Für Säule 1, also den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule, würden zwischen 20 000 und 25 000 Euro anfallen, bei Säule 2, schulische und außerschulische Bildungsangebote und Bildungsträger vernetzen, geht der Landkreis von geringen Kosten aus. Bei Säule 3 "Jungen Menschen in besonderen Lebenslagen helfen", fallen etwa 30 500 pro Jahr und Schule an, bei Säule 4 "Bürgergesellschaft stärken und entwickeln" ist der Finanzierungsbedarf noch nicht abschätzbar, und bei Säule 5 "Herausforderungen des demografischen Wandels annehmen" rechnet der Kreis auch mit geringen Kosten.

Auch bei den Mitgliedern des Schul- und des Jugendhilfeausschusses herrschte Übereinstimmung, die Bewerbung zu unterstützen. Bei den getrennten Abstimmungen gab es jeweils einstimmige Zustimmung für die Empfehlung an den Kreistag, die Bewerbung abzugeben.

Digitalisierung in Schulen

Der Landrat rechnet damit, dass die Bewerbung in etwa sechs Monaten zum Erfolg führt. Zuvor wird die Bewerbung von der Schulaufsicht für Mittelfranken dem "Zentrum Bayern Familie und Soziales" sowie dem bayerischen Jugendring zur Begutachtung vorgelegt werden. Dann geht die Bewerbung an das Kultusministerium in München.

2018 könnte sich der Landkreis mit dem Titel "Bildungsregion in Bayern schmücken". 2018 wird es im Kreis Erlangen-Höchstadt aber auch das große Thema "Digitalisierung an Schulen" geben, hatte Bildungskoordinator Czekal angekündigt.Das übergeordnete Ziel der Bewerbung als "Bildungsregion" lautet "Bildung nachhaltig gestalten".

Unter anderem soll dieses übergeordnete Ziel auch mit wissenschaftlicher Unterstützung verfolgt werden. Das Institut für Praxisforschung und Evaluation der evangelischen Hochschule Nürnberg soll den "Blick von außen" gewährleisten. Die Hochschule begleitet das Projekt "Bildungsregion" schon seit seinen Anfängen.

Auch der "Steuerungskreis", in dem Vertreter aus zahlreichen verschiedenen Institutionen sitzen, soll sich weiterhin halbjährlich treffen, um so die Bildungspolitik des Landkreises zu steuern.

Zusätzlich soll ein kommunales Bildungsmonitoring aufgebaut werden, um die gewonnenen Daten auszuwerten, die dann als Steuerungsgrundlage für die Entscheidungen dienen.

In einen Bildungsfonds, der vom Landkreis mit einem finanziellen Grundstock ausgestattet werden soll, sollen nach und nach auch Gelder von Institutionen, Stiftungen oder aus der regionalen Wirtschaft fließen.

  

EGBERT M. REINHOLD

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