Dienstag, 20.11.2018

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Landkreis ERH ist für Demografiewandel gewappnet

Professor Tobias Chilla bescheinigt dem Landratsamt gute Vorbereitungsarbeit — Weitere Maßnahmen notwendig - 12.07.2018 18:30 Uhr

Eine wesentliche und erfolgreiche Maßnahme im Landkreis ist der Ausbau des ÖPNV, zunächst mit der Verbesserung des Busnetzes. Hier ein Bus an der Haltestelle An der Schütt. © Archivfoto: Anestis Aslanidis


Über 60 Interessierte, vorrangig tangierte BürgermeisterInnen und Kreisräte, hatten sich eingefunden, als Professor Tobias Chilla vom Institut für Geographie an der Friedrich- Alexander Universität Erlangen- Nürnberg, über den aktuellen Stand eines vor drei Jahren von Experten und Vertretern der kommunalen Ebenen gestarteten Maßnahmenplans berichtete, wie der Landkreis der demografischen Entwicklung begegnet.

Um es vorweg zu nehmen, die detaillierten Ausführungen Chillas lassen erkennen, dass der Landkreis Erlangen-Höchstadt den zum Teil spürbar veränderten Fakten nicht nur erfolgreich Rechnung getragen hat, sondern auch zukunftsorientiert sehr gut gewappnet scheint. Chilla verkannte zwar nicht, dass gerade der Demografiewandel eine exakte Prognose nur schwerlich zulässt, doch die Daten ließen erkennen, dass "der Landkreis europaweit ein Hingucker ist".

Schon die zuvor einleitenden Erläuterungen des Landrates gaben zu erkennen, dass die wachsende Anzahl von zugezogenen jungen Ehepaaren aber auch älteren Arbeitnehmern dem Landkreis mit seinen Weltunternehmen, aber auch den vielen mittelständigen und kleinen Firmen eine ausgezeichnete Basis für den positiven Trend bildet: "Wir haben tolle Arbeitgeber wie auch Arbeitnehmer in unserer Region und sind finanziell sehr gut aufgestellt".

Natürlich gab der Beitrag von Chilla zu erkennen, dass es auch zukünftig zahlreicher Maßnahmen bedarf, um die positive Entwicklung nicht abreißen zu lassen, so unter anderem im Bestreben um einen weiteren Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV). Doch auch hier sieht Tritthart die derzeitigen Bemühungen als wertvollen Beitrag, den Stellenwert des Landkreises zu festigen. Herzogenaurachs Bürgermeister German Hacker erläuterte in seinen Grußworten kurz die tangierenden Maßnahmen der Stadt als auch Aufgaben, wo es unter anderem darum geht, eine bestmögliche Wohnraumkoordinierung auch für Personen mit Behinderung oder ältere Mitbürger/Innen zu finden. Er stellte zudem den Erfolg der Stadtbusse heraus, welche nach Abschluss der Baumaßnahmen an der Schütt mit rund 570 000 Fahrgästen jährlich nun wieder intensiv angenommen werden. Im Detail wurden von Chilla sechs Handlungsfelder dieses Projektes erörtert. Das erste: Bauen und Wohnen. Hier stellvertretend das barrierefreie Landratsamt sowie die Wohnbörse für anerkannte Asylbewerber.

Weiter sprach Chilla über Wirtschaft und Finanzen. Er nannte unter anderem das Forum Ausbildung und die Ausbildungsbörse, den Arbeitskreis Familie und Beruf, die Ausbildung betrieblicher Pflegelotsen.

Das dritte Handlungsfeld: Infrastruktur. Die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel konnte um rund 50 Prozent gesteigert werden.

Vierter Punkt: Familie. Das "Bündnis für Familie" konnte seit 2004 über 200 Partner aus Politik, Wirtschaft, Gemeinden, Kirchen und Verbänden gewinnen.

Für Bildung und Gesundheit strebe man die Teilnahme an der "Initiative Bildungsregionen Bayern" an. Mit der "Gesundheitsregion plus" arbeitet der Landkreis an einer gemeinsamen Strategie mit der Stadt Erlangen.

Sechstes Handlungsfeld: Integration. In der Vernetzung der Integrationsberater und der neuen INTEGREAT App würden die Angebote der Integration von Zugewanderten gebündelt.

Im Verlauf seines Beitrags stellte Chilla dann Fallbeispiele von bereits gelungenen Umsetzungen demographierelevanter Projekte in den Kommunen des Landkreises vor, wobei die jeweils betroffenen BürgermeisterInnen Detailinformationen rund um die Projekte gaben. Gerade diese Informationen ließen erfolgreiche Eigeninitiativen und großes Engagement erkennen, zumal die Vortragenden jeweils die Bereitschaft zum informellen Austausch mit den anderen Kollegen/Innen bekundeten.

Auch wenn die Voraussetzungen und Bedürfnisse individuell abweichen, konnte vermutlich der eine oder andere Rathaus-Chef doch hilfreiche Anregungen aus dieser rundum gelungenen Veranstaltung mitnehmen. Ein elementarer Faktor zog sich auf jeden Fall wie ein roter Faden bei der Umsetzung fast aller genannten Projekte, nämlich der stetig wachsende,

Bedarf an ehrenamtlichen Mitwirkenden, die längst unverzichtbar sind.

ZDer komplette Ergebnisbericht kann Ende Juli auf der Homepage des Landkreises unter www.erlangen-hoechstadt.de eingesehen werden. 

VOLKER SCHNELLER

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