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Lebendige Demokratie

Hiersemann-Preis vergeben — Gastredner aus Berlin - 14.07.2013 20:44 Uhr

Der Sonderpreis der SPD ging an die Arbeitsgruppe „Medizin und Menschenrechte“, also an ein Projekt von FAU-Studenten. Die Laudatio hielt Landtagskandidat Philipp Dees (2. v. l., im Bild auch Kreisvorsitzender Dieter Rosner, r.). © Harald Sippel


Mit dem Karl-Heinz Hiersemann-Preis würdigt die mittelfränkische und die Erlanger SPD die Arbeit von Kindern und Jugendlichen, die sich für eine friedliche Verständigung zwischen den Völkern und eine lebendige Demokratie einsetzen, sagte SPD-Bezirkschefin Christa Naaß bei der Preisverleihung. Benannt ist die Auszeichnung, die vor 14 Jahren erstmals verliehen wurde, nach dem früheren Franken-Chef der SPD und Vizepräsidenten des Bayerischen Landtags, Karl-Heinz Hiersemann, der heute vor 15 Jahren verstorben ist.

Sowohl Naaß als auch Steinmeier verwiesen in ihren Ansprachen unter anderem an den 150. Geburtstag der SPD. Sie blickten auf 80 Jahre Ermächtigungsgesetz – dem Beginn der NS-Diktatur – zurück. Beide erinnerten an das Trio „Nationalsozialister Untergrund“ (NSU), das jahrelang ungehindert Menschen ermordete. „Gerade nach der NSU-Mordserie muss der Staat den Rechtsterrorismus endlich ernst nehmen und nachdrücklich bekämpfen“, sagte Naaß. Es sei „unverzeihlich“, ergänzte Steinmeier in seiner Rede, dass die Taten über eine so lange Zeit nicht aufgeklärt werden konnten. Unter dem Applaus der Gäste in der Heinrich-Landes-Halle forderte er ein Verbot der NDP, „um den Helfern und Helfershelfern das Handwerk zu legen“.

Mit Blick auf die Preisträger gerichtet sagte Steinmeier: „Ihr seid die Hoffnung, dass die Demokratie lebendig bleibt.“

Ausgezeichnet wurden Schülerinnen und Schüler des Paul-Pfinzing-Gymnasium Hersbruck, die im Rahmen einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft elf Hörstationen zum KZ-Außenlager Hersbruck produziert haben. Die Schüler, so Alt-OB Dietmar Hahlweg in seiner Laudatio, hätten diese „zutiefst traurige Geschichte“ „anschaulich hörbar“ und für alle Interessierten direkt am Ort des ehemaligen Grauens nacherlebbar gemacht.

Ebenfalls einen ersten Preis erhielt eine Fürther Schülerinitiative, die nach monatelangen Vorbereitungen im April diesen Jahres die vielbeachtete Schülerkundgebung „Aufstehen gegen Rassismus und Nazihetze“ durchführte. Über 500 Schülerinnen und Schüler nahmen daran teil.

Ausgezeichnet wurde außerdem das Jugendzentrum Weißenburg. Vor 35 Jahren gegründet, engagiert sich die Einrichtung gegen Neonazismus, Antisemitismus und Diskriminierung von Menschen im Allgemeinen — und wurde im vergangenen Jahr selbst von Rechtsradikalen attackiert.

Jeweils einen Sonderpreis erhielten der Jugendchor Wilhermsdorf, der auch die musikalische Gestaltung der Feier übernahm, sowie die AG Medizin und Menschenrechte aus Erlangen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2009 versucht die Arbeitsgemeinschaft, Flüchtlingen zu helfen, indem sie Asylbewerberinnen und Asylbewerbern, aber auch illegalen Flüchtlingen medizinische Hilfe vermittelt. 

MARKUS HÖRATH

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