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„Mehr Platz für Zwischentöne“

Interview mit „Beatsteaks“-Drummer Thomas Götz vorm Erlanger Club-Gig - 28.01.2012

„Publikumssurfen“ auf der Welle des Erfolgs: Die „Beatsteaks“. © privat


Herr Götz, neben den großen Touren durch die Hallen der Republik spielen Sie zwischendurch auch immer wieder kleine Club-Gigs, die im Nu ausverkauft sind. Eine bewusste Entscheidung?

„Beatsteaks“-Schlagzeuger Thomas Götz bei „Rock im Park 2011“. © Günter Distler


Thomas Götz: Ja, wobei wir immer versuchen, kleine Clubs, große Hallen und Festivals-Auftritte so gut wie möglich zu mischen, denn immer nur Currywurst zu essen wäre ja auch blöd. Wir sind in der luxuriösen Situation, so etwas machen zu können und wären dumm, wenn wir es nicht täten. Das ist auch eine komplett andere Konzertsituation. In kleinen Clubs spielt man anders als in großen Hallen. Wenn nicht, wird es meistens etwas peinlich. Für uns ist das auf jeden Fall eine gute Übung.

Und wie unterscheiden sich ein Club-Konzert wie im E-Werk und eine Hallen-Show wie in Fürth konkret?

Götz: Besser kann man den Unterschied erklären, wenn man als Vergleich „Rock im Park“ in Nürnberg dazu nimmt. Wenn man da etwas sagt, muss man es so tun, dass es auch diejenigen ganz hinten am Bierstand noch kapieren. Dazu sind nun mal große, ausladende Gesten und gebrüllte Ansagen nötig. In einem Club ist dagegen mehr Platz für Zwischentöne und das Augenzwinkern eines Sängers. Dazu ist auch das Tempo unserer Songs anders. Bei einem großen Festival spielen wir meist etwas gemütlicher, im Club nehmen wir darauf keine Rücksicht. Auch die Produktion in einer Halle ist natürlich größer und man kann nicht mal schnell spontan den Ablauf sprengen, wie das bei einem kleinen Konzert möglich ist. Da können wir hingegen auch mal die Reihenfolge der Songs ändern, scheißegal ob das Licht eigentlich für ein anderes Lied eingestellt ist. Wir versuchen das zwar bei großen Konzerten auch, und man wird nicht automatisch zu „Charlie Chaplin in der Fabrik“, nur weil man große Konzerte spielt, aber man muss sich eben Mühe geben. Es gibt also viele Unterschiede.

Bevorzugen Sie eines von beiden?

Götz: Ich bin so glücklich, dass ich beides machen darf.

Ein echter Luxus?

Götz: Es ist krass, sagen zu können: Och, jetzt spielen wir aber mal ein kleines Konzert. Das hat schon etwas Elitäres, denn vielleicht wollen uns gerne mehr Leute sehen, können es aber nicht. Das ist zwar snobistisch, aber so lange man noch mal ein zweites Konzert in der Region spielt, zu dem alle kommen können, ist es legitim.

Nur eine kleine Clubshow in Franken zu spielen hätten Ihnen sicher auch viele Fans übel genommen!

Thomas Götz: Und das zu Recht. Es geht ja nicht darum, ein Teil von einem inneren Zirkel zu sein. Das wäre doch Blödsinn.

Haben Sie das E-Werk zufällig ausgewählt oder kennen Sie es schon lange?

Götz: Wir haben noch nie dort gespielt und sind daher sehr gespannt.

Werden Sie in Erlangen die gleichen Songs wie vor kurzem in Fürth spielen?

Götz: Wir werden vor dem Konzert in Erlangen sicher noch mal die Setliste von Fürth anschauen und den einen oder anderen Titel ersetzen. Natürlich bleibt es nicht aus, dass man sich wiederholt, aber man versucht jedem Abend etwas Spezielles zu geben. MARKUS W.ERLWEIN

  

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