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Mit Fördermitteln zu einer neuen Halle in Erlangen

Überwältigende Mehrheit im Stadtrat setzt auf Programm "Soziale Stadt" - 26.07.2014 06:00 Uhr

Im Spagat: HC-Neuzugang Martin Stranovsky macht sich für die neue Saison fit. © Harald Sippel


Jörg Volleth wollte das der neuen Rathaus-Koalition so nicht durchgehen lassen. Als Barbara Pfister (SPD), Wolfgang Winkler (Grüne Liste) und Jürgen Zeuss (FDP) im Stadtrat das Wort ergriffen, schüttelte der CSU-Stadtrat seinen Kopf. Die Erklärungen der rot-grün-gelben Vertreter, wie eine neue Sport- und Handball-Halle als „Sport-, Gesundheits- Bewegungszentrum“ nun doch realisierbar sei, waren dem CSU-Stadtrat viel zu einseitig.

Wäre es nach der SPD gegangen, hielt Volleth seinen Vorrednern entgegen, gäbe es doch die Chance überhaupt nicht mehr, im Stadtosten einen Stadtteil zu entwickeln und dabei auch eine Halle zu errichten. Die SPD hätte doch am liebsten für vier Millionen Euro die Karl-Heinz-Hiersemann-Halle umbauen lassen. Und die Idee, einen Fördertopf anzuzapfen, um daraus auch Mittel zu ziehen, mit der eine Sport-, Schul- und Handball-Halle entscheidend co-finanziert werden könne — diese Idee hätte der Innenminister schon vor langem in der CSU-Fraktion geäußert: „Das ist keine Erfindung der neuen Stadtspitze“.

Elisabeth Preuß — FDP, Sozialbürgermeisterin und heißer HC-Fan — war mit der Aussage, die womöglich die fraktionsübergreifende Einigkeit bedrohen könnte, gar nicht glücklich. „Wir sollten keine Historienforschung betreiben“, sagte sie schnell, „sondern sollten an einem Strang ziehen“. Preuß argumentierte lieber auf der Linie, die Oberbürgermeister Florian Janik, die SPD-Fraktionsvorsitzende Barbara Janik, Wolfgang Winkler und ihr liberaler Fraktionskollege Jürgen Zeuss vorgegeben hatten.

Sie hatten alle ihre Zustimmung zu dem Vorstoß signalisiert, den Oberbürgermeister Florian Janik und Innenminister Joachim Herrmann mit einer Pressemitteilung am Dienstag öffentlich gemacht hatten. Die Entwicklung im Stadtosten wollten sie vorantreiben, hatten der Oberbürgermeister und der Innenminister verkündet, auch mit Hilfe des Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“. Die Wohnsituation sollte im Bereich der sogenannten „housing area“ verbessert werden, zudem sind Begegnungsorte für Bürger geplant und ein Gebäude für Flüchtlinge. Und weiter hatte es in der Verlautbarung geheißen: „Im Zentrum des Stadtviertel soll ein Sport-, Gesundheits- und Begegnungszentrum entstehen“. Die Zusammenarbeit zwischen Oberbürgermeister Janik und Innenminister Joachim Herrmann, der gleichzeitig Mitglied im Aufsichtsrat der Pro HC Erlangen GmbH & Co. KG ist, hatte offensichtlich gut geklappt. Der Oberbürgermeister bedankte sich dann auch während der Stadtratssitzung explizit bei Innenminister Herrmann für die „konstruktiven Gespräche“.

Bedeutung für Schulsport

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Barbar Pfister nannte das Programm „Soziale Stadt“ sinnvoll und hielt mit Hilfe der Förderung auch die Halle für finanzierbar — trotz der aktuellen Haushaltssperre und der angespannten finanziellen Lage. Pfister nannte einen „einstelligen Millionenbetrag im unteren Bereich für die Stadt für verkraftbar“.

Wolfgang Winkler (Grüne Liste) betonte, die Grünen hätten immer gesagt, eine neuen Halle sei wünschenswert, wenn sie finanzierbar sei. Diese Chance sei nun gegeben, er hoffe, dass sie Wirklichkeit werde. Jürgen Zeuss (FDP) betonte die Bedeutung der Halle für den Schul- und Vereinssport. Zudem handle es sich bei dem geplanten „Sport-, Gesundheits- und Begegnungszentrum“ um eine „Begegnungshalle“, in der Veranstaltungen stattfinden sollen.

Einzig die Erlanger Linke kritisierte das Vorhaben. Das ist ein Etikettenschwindel“, hielt Johannes Pöhlmann den anderen Fraktionen entgegen. Es ginge darum, Geld für eine Handball-Halle zu bekommen. Pöhlmann kündigte an, er werde alles tun, um den Missbrauch des Programms „Soziale Stadt“ zu verhindern. Am Ende stimmten der Stadtrat — bis auf die Erlanger Linke — geschlossen für den Plan, mit dem Programm „Soziale Stadt“ den Stadtosten zu entwickeln und ein „Sport-, Gesundheits- und Begegnungszentrum“ zu errichten. 

RALF H. KOHLSCHREIBER

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