Lange hält es Torsten Hans nicht zu Hause aus, dann schlägt das Fernweh wieder zu. Nach einem Motorradtrip mit einem Freund durch Indien — damals noch ohne Führerschein — hat ihn das Motorradreisefieber gepackt. Auf keine andere Art zu reisen, kann man Land und Leute jenseits von Reiseführerrouten so gut kennen lernen, da ist sich der Sportstudent sicher.
Einerseits kommt man schneller ins Gespräch und wird häufig angesprochen und andererseits kann man auf dem Motorrad die Natur besser erfahren als zum Beispiel in einem Jeep. Nach dem Indientrip stand für ihn fest, dass er, sobald es das Studium zulässt, eine größere Reise mit seiner Honda unternimmt. Im Dezember 2009 war es dann soweit: Nach zehn Monaten Vorbereitung hat der Abenteurer sein Motorrad beladen und ist losgefahren. Die konkrete Reiseroute hatte er beim Aufbruch nicht vor Augen. Lediglich ein erstes Etappenziel, ein Klettercamp in der Türkei, war eingeplant. Von dort aus wollte er sich dann spontan für Afrika oder Asien entscheiden. Nach sieben Wochen im Klettercamp ist er schließlich weiter über Syrien und Israel nach Ägypten und dann bis nach Südafrika gefahren. Rund 30000 Kilometer hat der 31-Jährige durch Europa, den Nahen Osten und quer durch den afrikanischen Kontinent insgesamt zurückgelegt. Zehn Monate hat er allein in Afrika verbracht.
Auf seiner Reise hat er viel gelernt und interessante Menschen kennen gelernt. Besonders geprägt haben ihn das Land und die Leute in Simbabwe. Dort ist ihm eine Frau besonders im Gedächtnis geblieben. Sie kümmert sich privat und ohne staatliche Unterstützung um über 100 Aids-Waisenkinder. Das hat den Sportstudenten so bewegt, dass er über eine Woche bei ihr verbracht und unzählige Fotos geschossen hat.
Erst durch sein Hobby, das Klettern, ist der Sportstudent zum Reisen gekommen. Beeindruckt von Natur, Menschen und fremden Kulturen, wollte er sich diese Eindrücke bewahren und hat deshalb immer öfter zur Kamera gegriffen. Inzwischen arbeitet er als freier Fotograf und so mussten auf der Afrikareise nicht nur Zelt, Schlafsack und Co. Platz finden, auch eine komplette Fotoausrüstung mit Stativ und Laptop musste Hans auf dem Motorrad verstauen. Etwa 20000 Fotos sind entstanden. Viele davon hat er noch während des Trips auf seine Website hochgeladen. Da ist es schon mal vorgekommen, dass er mit Laptop in der Wüste saß, die Bilder bearbeitet hat und via UMTS an seinem Blog geschrieben hat.
Im Anschluss saß der 31-Jährige wieder in Erlangen und schrieb seine Diplomarbeit. Außerdem nehmen ihn die Reisenachbearbeitungen sehr in Beschlag. Das heißt, er bearbeitet die restlichen Fotos und schreibt Artikel zum Beispiel für Outdoormagazine. Aus den Fotos entand eine Multivisionsshow für das „Fernwehfestival“, für die er aus den zahlreichen Fotos wenige Hundert aussuchen muss. In einem multimedialen Vortrag wird er seine Reisegeschichte in 90 Minuten zusammenfassen und seinen Zuhörern von dem Schwarzen Kontinent fernab der herkömmlichen Touristenpfade erzählen. Außerdem sind stets aktuell Fotos und das Reisetagebuch des Erlanger Abenteurers auf seiner Website veröffentlicht.
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