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Dienstag, 18.09.2018

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"Mord am Walberla": Neuer Krimi von Johannes Wilkes

Neuer Fall für Erlanger Kommissar - 17.03.2018 06:00 Uhr

Der einsame Single „des Gerchla“ aus Möhrendorf stürzt in der Walpurgisnacht, verkleidet als Teufel mit blinkendem Dildo, am Walberla-Felsen zu Tode. © Horst Linke


Man nehme: die malerische Fränkische Schweiz als Tatort eines brutalen Mordes, eine Prise Sex and Crime flirtender Pärchen in einem Internet-Portal und einen schwulen Ermittler, der mit seinem Freund zusammenlebt. Man garniere das Ganze mit franken-typischen Eigenschaften wie Schafkopfen, Treffen am Stammtisch und Bier trinken und würze mit jeder Menge Mittelfranken nach. Denn wer glaubt "Mord am Walberla" habe vor allem Forchheim und die Fränkische Schweiz als Krimi-Schauplatz im Fokus, der wird beim Lesen überrascht: Einzig das, zugegebenermaßen ziemlich stimmige Cover mit der Walberla-Kapelle und auch der Fundort der Leiche wird in Johannes Wilkes Buch in den Landkreis Forchheim verortet.

Der Rest des Buches deckt mehr oder weniger den Landkreis Erlangen-Höchstadt ab: Das Mordopfer kommt aus Möhrendorf, der "Gribbo"-Ermittler aus Erlangen, gekartelt wird in Kosbach, die Karpfen (ja, auch die fehlen nicht!) kommen aus dem Aischgrund. Getrunken wird Kitzmann Bier und gegessen in der Fischküche Reck und bei Oberle in Kosbach. Den Radius erweitert der Autor noch mit einer Verdächtigen, Sexy Hexy, die in Fürth wohnt.

Johannes Wilkes beim EN-Stammtisch im E-Werk. © Foto: Sippel


Um was es geht? Der einsame Single "des Gerchla" aus Möhrendorf stürzt in der Walpurgisnacht, verkleidet als Teufel mit blinkendem Dildo, am Walberla-Felsen zu Tode. Die Spuren führen Ermittler Mütze dabei in die Erlanger Innenstadt, nach Möhrendorf, Fürth und den Aischgrund.

Die Lektüre des Büchleins, im Cadolzburger "ars vivendi verlag" erschienen, ist durchaus kurzweilig und lässt sich gut an einem Sonntagnachmittag auf dem Sofa lesen. Vor allem Leser aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt könnten Zielgruppe sein, wenn sie viele Schauplätze, seien es die Wasserräder an der Regnitz oder "adidas, das am Nachthimmel strahlt", wiedererkennen.

Einen Krimi à la Jo Nesbø oder gar Jussi Adler-Olsen, der einem das Blut in den Adern stocken lässt, sollte man nicht erwarten.

Der Autor und Kinder- und Jugend-Psychiater Johannes Wilkes wurde 1961 in Dortmund geboren und lebt seit mehr als 25 Jahren in Franken. Wilkes "Kommissar Mütze" ermittelte bereits im 2016 erschienenen Frankenkrimi "Der Fall Rückert".

Johannes Wilkes, "Mord am Walberla", ISBN 978-3-86913-868-8, ars vivendi verlag, 12 Euro. 

BIRGIT HERRNLEBEN

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