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Nach Entscheidung pro StUB: "Ein Sieg der Vernunft"

Mehrheit in Erlangen spricht sich für Fortführung der Planungen aus - 07.03.2016 06:00 Uhr

Erleichterung und Jubel bei den StUB-Befürwortern, die am gestrigen Sonntag, ebenso wie die StUB-Gegner, die Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses im Rathaus mitverfolgten. © Harald Sippel


Die Stimmung erinnerte an März 2014. Wie damals betrat ein strahlender Florian Janik den Ratsaal, und wie damals empfingen ihn begeistertes Klatschen und laute Jubelrufe.

Janik ist dieses Mal nicht zum Oberbürgermeister gewählt worden. Gestern Abend hatten er und viele Mitstreiter eines bunten Bündnisses den Bürgerentscheid gewonnen. Klar und deutlich: 60 Prozent der Erlanger Bürger hatten sich für die Realisierung einer Stadt-Umland-Bahn ausgesprochen, bei einer hohen Wahlbeteiligung von 44,94 Prozent: 37 260 Bürger (von 82 918 Wahlberechtigten) hatten sich an der Abstimmung beteiligt.

Rosner: "Ein Sieg der Vernunft"

Die Dramaturgie des Tages hätte sich für die Gewinner kein Regisseur besser ausdenken können. Der Erfolg beim Bürgerentscheid war Janiks Geschenk zum gestrigen 36. Geburtstag, und auch der Leiter der Pro-StUB-Kampagne, der SPD-Kreisvorsitzende Dieter Rosner hat am gestrigen Sonntag seinen Geburtstag gefeiert.

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Klar, dass Janik und Rosner um die Wette strahlten und gelöst das Ergebnis kommentierten: "Es ist ein Sieg der Vernunft", sagte Rosner. "Die besseren Argumente haben überzeugt." Oberbürgermeister Florian Janik meinte: "Das ist ein toller Tag für die Stadt und die Metropolregion. Die StUB ist ein gutes Projekt, wir hatten gute Argumente, und damit könne man Menschen überzeugen."

Bußmann von Wahlbeteiligung "überwältigt"

Sehr zufrieden mit dem Abstimmungsausgang war auch Harald Bußmann von der Grünen Liste und langjähriger Advocat für die StUB: "Mich hat die Wahlbeteiligung überwältigt. Die Abstimmung ist die Bestätigung unserer Arbeit der letzten Jahre. Aber jetzt geht die Arbeit erst richtig los. Die Stadt-Umland-Bahn ist nur ein Instrument der Verkehrswende."

Dass Wilhelm Krieger geknickt war, überraschte niemanden. Er hatte eineinhalb Jahre gegen die Stadt-Umland-Bahn gekämpft und war bis zur Schließung der Abstimmungslokale von dem Erfolg seiner Kampagne überzeugt. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, ich sei nicht frustriert", bekannte er. Von der Richtigkeit seiner Position ist er nach wie vor überzeugt: "Wer so etwas anrührt, muss auch die Folgen tragen. Die Leute, die heute jubeln, werden bald das lange Gesicht haben, das man heute bei mir sieht."

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Es war ein spannender Tag für die Erlanger: Am Sonntag entschieden die Bürger über die Zukunft der Stadt-Umland-Bahn. Am Ende konnten sich die Befürworter freuen: 60 Prozent der Wähler stimmten mit "Nein" zum Bürgerentscheid und gaben damit der StUB grünes Licht.


Birgitt Aßmus, die CSU-Fraktionsvorsitzende, gestand die Niederlage ebenso offen ein. "Die Bürger haben klar entschieden. Das akzeptieren wir. Ich hätte mir einen knapperen Ausgang gewünscht." Die CSU-Kreisvorsitzende Alexandra Wunderlich betonte: "Es ist eine Schlacht verloren, aber nicht der Krieg."

Herrmann freut sich über "klares Ergebnis"

Ganz anders der Erlanger CSU-Stimmkreisabgeordnete und bayerische Innenminister Joachim Herrmann: "Ich freue mich über das klare Ergebnis und hoffe, dass es auch von allen respektiert wird", sagte er auf Anfrage dieser Zeitung. Er sei sich sicher, fuhr Herrmann fort, dass auf der Grundlage dieses Votums, das Projekt StUB jetzt weiter vorangebracht werden kann. Auch insgesamt sei die Entscheidung "für die Zukunft der Stadt und der ganzen Region ein ganz wichtiges Signal". Herrmann weiter: "Ich freue mich, dass eine Mehrheit eine solche Weichenstellung für richtig hält."

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Dass sich die Erlanger CSU im Gegensatz zu ihm gegen eine Fortführung des Projekts StUB ausgesprochen hat, wolle er, Herrmann, nicht "überbewerten". "Ich habe bereits vor der Landtagswahl meinen Wählerinnen und Wählern versprochen, mich für das Projekt einzusetzen, insbesondere wenn es um eine bestmögliche staatliche Förderung geht, und das habe ich auch nach der Wahl aufrechterhalten."

Aufatmen auch beim Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker. "Der Ausgang der Abstimmung ist für mich eine große Erleichterung - das gebe ich gerne zu." Die Entscheidung, nach dem Aus für die StUB im Landkreis, die L-Variante weiter zu verfolgen, habe sich als richtig herausgestellt, so Hacker weiter. "Jetzt ist es wichtig, dass wir in aller Ruhe den Zweckverband gründen und den Busverkehr optimieren."

Glückwünsche zum Ausgang der Abstimmung gab’s sogar aus dem fernen Berlin. So schrieb der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Deutschen Bundestag, Anton Hofreiter, via Facebook: "Gratuliere zu dem eindeutigen Ergebnis für die StUB!"

Das Ende des Abends erinnerte wieder an den März 2014. Wie damals feierten die Sieger ihren Erfolg im Café Cycles. 

RALF H. KOHLSCHREIBER/ MARKUS K. HÖRATH

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