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Dienstag, 18.09.2018

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"Neue Augen" für Weihers Glockenhäusla

Fenster des Sandsteinhauses werden ausgewechselt - 14.04.2018 17:45 Uhr

Die Fenster des schmucken Sandsteinhauses mit Glockentürmchen werden erneuert. © Dieter Köchel


Monika Muzenhardt vor der Wandheizung, die nächste Woche unter Putz gelegt wird. © Dieter Köchel


Haustür und Dachrinne hat sie vor sieben Jahren schon erneuert. Jetzt steht eine Rekonstruktion der Fenster an. Muzenhardt hat nämlich im Stadtarchiv Erlangen ein altes Foto ihres Häuschens entdeckt. Auf dem ist deutlich zu sehen, dass das Haus einst zweiflügelige Fenster mit halbrundem Oberlicht hatte. Genau solche will die Hausbesitzerin wieder einbauen, und Fensterläden dazu. Insgesamt sind es acht Fenster, fünf davon werden mit den Segmentbögen ausgestattet. Erst im Januar hatte der Gemeinderat diese Umgestaltung am denkmalgeschützten einstigen Ge- meindehaus genehmigt.

Zusätzlich zu den Fenstern lässt sich die Hausbesitzerin in ihrem Wohnzimmer eine Wandheizung einbauen. Das sei, so der Heizungsbauer, die optimale Heizung unter Lehmputz, der künftig die Wände hier verkleiden soll.

Der Bau aus dem Jahr 1846 gehörte einst der damals selbstständigen Gemeinde Weiher und diente ihr als Armenhaus. Bis zu zwei Großfamilien lebten in dem kleinen Häuschen, erzählt Muzenhardt.

"Warum auf dem Dach des Hauses eine Glocke thront, wissen heute nur noch alteingesessene Weiherer", sagt sie. Das sei die Sterbeglocke des Dorfes. Sie wurde früher stets geläutet, wenn ein verstorbener Bürger des Dorfes aus dem Ort hinausgefahren wurde. Als Ersatz für das Läuten der Kirchenglocke, über die Weiher mangels Kirche nicht verfügt.

Noch heute hat die Gemeinde ein Glockenläuterecht. Doch in den 26 Jahren, die Monika Muzenhardt in dem Häuschen wohnt, sei sie erst dreimal von Weiherern gebeten worden, die Totenglocke zu läuten. Sie würde es nach eigenen Worten durchaus begrüßen, wenn der Brauch, das Sterbeglöckchen zu läuten, vermehrt in Anspruch genommen würde.

Eigentlich müsste auch das Glockentürmchen auf dem Haus saniert werden, doch das "wäre mir momentan zu teuer", sagt Muzenhardt. Sie hofft erst einmal, dass sie neben den 3000 Euro Fördermitteln der Gemeinde auch vom Denkmalschutz einen Zuschuss zu den Fenstern erhält, die allein über 30 000 Euro kosten. 

dik

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