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Die beiden letztgenannten Bildungsstätten sind derzeit immer noch Luftschlösser, deren Realisierung von der Zustimmung des Kultusministeriums abhängt. Das Realschulvorhaben in Baiersdorf — es wäre die dritte Schule dieser Art im Landkreis — hat es bis in das staatliche Prüfungsverfahren geschafft. In Kürze wird eine Entscheidung des Ministeriums erwartet.
An der Mittelbereitstellung seitens des Landkreises würde die Schule nicht scheitern. Dies zeigte sich einmal mehr Anfang der Woche im Kreisausschuss. Zwar beurteilte der Eckentaler Bürgermeister und FW-Kreisrat Wilfried Glässer den Standort Baiersdorf und das Konstrukt (grenzübergreifend mit Forchheimer Kreisgemeinden) als „nicht eben ideal“. Er spielte darauf an, dass es im Landkreis-Osten keine Realschule gibt.
Der Fraktionschef der Grünen, Wolfgang Hirschmann (Uttenreuth), ergänzte, er habe auf einer Informationsveranstaltung den Eindruck gewonnen, dass dies auch „von oben“ zum Bestandschutz der Erlanger Realschulen nicht gewünscht werde.
Der Vorsitzende der CSU-Kreistagsfraktion und Baiersdorfer Bürgermeister Andreas Galster verteidigte (wie auch SPD-Sprecher Jörg Bubel) sein Realschulprojekt. Politiker des Landkreises und der Anliegergemeinden befürworteten das Vorhaben. Gegenwind komme hingegen, so Galster, von Schulleitern, die Schrumpfprozesse an ihren Unterrichtsstätten befürchten, verbunden mit der Angst, weniger Lehrkräfte und Raumpflegerinnen dirigieren zu können.
In noch weiterer Ferne befindet sich die schon seit Jahren vom Landkreis geforderte Fachoberschule oder Berufsoberschule. Sie wurde bislang vom Freistaat verweigert; die CSU- und die SPD-Fraktion haben Ende letzten Jahres erneut Anträge gestellt. Auf Vorschlag von Landrat Eberhard Irlinger und des Kreiskämmerers Wilhelm Schmidt, der auch für Schulangelegenheiten zuständig ist, soll das Thema unter Hinzuziehung des zuständigen Ministerialbeauftragten in der nächsten Schulausschuss-Sitzung erörtert werden.
Je nach Bildungsangebot (eine oder zwei Fachrichtungen: Technik in Herzogenaurach, Verwaltungs- und Sozialwesen in Höchstadt) wären bis zu acht zusätzliche Klassenräume durch An- und Umbauten im Berufsschulzentrum beider Standorte erforderlich. Diese Mittel wie auch der Bauunterhalt würden vom Landkreis aufgebracht. Die CSU würde sogar eine berufliche Oberschule kommunal betreiben (Übernahme von Personalkosten). Bei der größeren Lösung fielen dafür nach Berechnungen der Kämmerei, abzüglich von Staatszuschüssen, jährlich 870000 Euro ohne Bauunterhalt an. SPD und Freie Wähler warnen hier zur Vorsicht und tendieren zu staatlichem Lehrpersonal.
Noch ein Wort zu den „real existierenden“ Unterrichtsstätten in Kreisträgerschaft. Sie kosten heuer einschließlich Neubauinvestitionen (und ohne staatlich besoldetes Lehrpersonal) fast 20 Millionen Euro. Die Gesamtschülerzahl liegt jetzt bei knapp 8400 und ging wegen Wegfalls der neunten Gymnasialklassen und teils auch wegen geburtenschwächerer Jahrgänge gegenüber dem Schuljahr 2010/11 um 457 zurück. Die zwei Realschulen werden von 1924 Jugendlichen, die vier Gymnasien von 4473 und die vier beruflichen Fortbildungsstätten von 1518 Absolventen besucht. An den drei Förderschulen für Lernbehinderte werden 452 Kinder und Jugendliche unterrichtet.
Unter den Besuchern der weiterführenden Unterrichtsstätten und Förderschulen im Landkreis Erlangen-Höchstadt befinden sich derzeit 1760 Gastschüler aus Nachbarstädten und -kreisen. Umgekehrt pendeln 4660 Jugendliche aus dem Kreisgebiet in außerhalb liegende Unterrichtsstätten.
