Mittwoch, 12.12.2018

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Neues Mahnmal am Heroldsberger Friedhof

Zahlreiche Besucher und Abordnungen der Vereine kamen zur Einweihungsfeier - 01.12.2018 18:30 Uhr

Das neue Mahnmal am Heroldsberger Friedhof mit dem Marmorblock als zentralem Element ermöglicht vielfältige Formen, um der Opfer der Weltkriege und der Gewaltherrschaft zu gedenken. © Georg Heck


Nach den Gottesdiensten in der evangelischen Kirche St. Matthäus und in der katholischen Kirche St. Margaretha in Heroldsberg trafen sich die Vereine und Organisationen gemeinsam am Friedhof. Dort fand an der alten Aussegnungshalle zuerst die Einweihung und Segnung des neuen Ehrenmals statt.

Im Anschluss folgte die Gedenkstunde für die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege und die Opfer der Gewaltherrschaft während der Diktatur des Nationalsozialismus. Pfarrer Thilo Auers hielt die Gedenkrede.

Bürgermeister Johannes Schalwig nahm mit der Ehrenwache der Freiwilligen Feuerwehr von Heroldsberg die Kranzniederlegung vor. Für die musikalische Gestaltung der Gedenkstunde sorgte der Posaunenchor Heroldsberg.

Nach langjährigem Leerstand hat die ehemalige Trauerhalle auf dem Friedhof nun eine neue würdevolle Bestimmung erhalten. Zeitgemäß, schlicht und mit einem ansprechenden, bewusst dezent gehaltenen Design, für welches das Atelier "Arnold+Eichler Kunst+Bauen" verantwortlich zeichnete, wurde das Ehrenmal gestaltet.

Die Künstler Hannes Arnold und Klaus-Dieter Eichler haben bereits 1998 die neue Friedhofshalle und 2011 das Denkmal der Heroldsberger Industriegeschichte mit den Vereinigten Papierwerken gestaltet. Der Marmorklotz wirkt sowohl modern als auch zeitlos.

Der Stil, in dem das Mahnmal gefertigt wurde, ist unaufdringlich, hat aber dadurch eine umso eindrucksvollere Ausstrahlung, die ganz von dem Gedenk-Würfel aus weißgrauem Marmor bestimmt wird. Entlehnt aus der modernen Architektur, die immer öfter den Marmor als Gestaltungsmerkmal nutzt, ist das neue Monument ein einfaches und gerade darum wirksames Mittel, um den Bürgern Heroldsbergs die Schrecken der Weltkriege in Erinnerung zur rufen.

Mit der modernen Ausgestaltung ist der edle, weißgraue Steinquader trotz geringer Größe massiv und robust. Die parallel ausgeführte Neuanlage des Platzes vor dem Gebäude der alten Aussegnungshalle wertet den gesamten Bereich auf und schafft ein würdiges Umfeld für den Ort des Gedenkens.

Neue künstlerische Elemente, ein stilisiertes schwarzes Tuch aus Stein und ein weißgrauer Marmorwürfel respektieren damit gleichzeitig auch die historische Architektur. Sie setzen in ihrer gestalterischen Klarheit und Präzision einen zusätzlichen Akzent.

Das schwarze Natursteinband aus Basaltlava-Platten erstreckt sich mittig in der Vorhalle aus der Vertikalen, der Rückwand, über eine gerundete Ecke in die Horizontale der Bodenfläche. Zentral auf der horizontalen Fläche steht ein weißgrauer Marmorwürfel.

Die Rückwand trägt in zwei Schriftblöcken den folgenden Gedenktext, der in die Steinplatten graviert ist: "Diesen Ort des Gedenkens widmet der Markt Heroldsberg in Trauer und Erinnerung seinen Bürgerinnen und Bürgern, die durch die Kriege der Vergangenheit ihr Leben verloren haben. Mögen die vielen Toten uns mahnen, damit wir all unsere politischen und persönlichen Kräfte für Freundschaft unter den Nationen, Völkern und Religionen einsetzen."

Auf das Wesentliche reduziert

Die neue Gestaltung der Gedenkstätte bietet die Möglichkeit, in zeitgemäßer Formensprache an die Toten der beiden Weltkriege zu erinnern. Durch die zurückhaltende, ohne Pathos auf das Wesentliche reduzierte Ausführung sind vielfältige Formen des Gedenkens und Feiern mit Kranzniederlegungen denkbar. 

Zur Erinnerung an die Toten der beiden Weltkriege sind die Vor- und Zunamen der Kriegsopfer an der Stirn- und den beiden Seitenflächen des Würfels eingraviert. Bei der Sanierung der Halle und des Sandsteinbodens wurde auf Barrierefreiheit geachtet. Das prägnante Ehrenmal mit dem Material, den Steinarbeiten, der Ausarbeitung, der Formatierung, dem Anlegen der Schriften, Transport sowie alle weiteren Leistungen wie der Einbau des Denkmals und das Künstlerhonorar kosten der Gemeinde zirka 160 000 Euro. Bis 2017 wurde die jährliche Gedenkfeier am Kriegerdenkmal am "Weißen Schloss" abgehalten. 

GEORG HECK

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