Seit 1966 wurden an der Universitätsklinik 2636 Nieren transplantiert. „In den 42 Transplantationszentren in Deutschland, zu denen auch Erlangen gehört, hat sich in den vergangenen 40 Jahren ein großer Erfahrungsschatz angesammelt“, sagt Katharina Pressmar. Der Fortschritt bei der Entwicklung von Antibiotika und bei den medizinischen Geräten habe dazu beigetragen, Nierentransplantationen als „medizinische Selbstverständlichkeit“ einzustufen. Lediglich „vier bis fünf Tage müssen Spender und Empfänger in der Klinik bleiben“, sagt Katharina Pressmar.
Doch im Vorfeld einer Transplantation gibt es auch Schattenseiten, denn es gibt zu wenige Organspender und zu viele Kranke, die auf eine Niere warten. Auch Spender müssen gründlich untersucht werden. „Dabei ist es schon häufiger passiert, dass bei dem vermeintlich gesunden Spender Krebs in einem sehr frühen Stadium entdeckt wurde“, sagt Katharina Pressmar. In solch einem Fall müsse sich der Spender „zunächst um sich selbst kümmern“. Die eigentlich geplante Spende muss dann ausfallen.
Ist der Spender gesund, muss er seine Beweggründe vor einer Kommission darlegen. „Dabei soll klar werden, dass es nicht um Organhandel geht oder eine andere Zwangssituation vorliegt“, so die Leiterin des Transplantationszentrum.
Rund 25 Mal muss die Kommission in Erlangen pro Jahr zusammenkommen. Katharina Pressmar schätzt, dass am Uniklinikum „jede vierte bis fünfte Niere eine Lebendspende ist“. Für Spender und Empfänger hat der Austausch von Organen positive Nebeneffekte. Katharina Pressmar: „Sowohl Nierenspender als auch Nierenempfänger können auch auf langes Leben hoffen.“
