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Peter-Zink-Preis für mehr Weltoffenheit

Familie Zink, IG Metall und SPD zeichnen Hochschulgruppe von Amnesty International aus - 12.01.2013 07:00 Uhr

Die Hochschulgruppe von Amnesty International wurde mit dem Peter-Zink-Preis ausgezeichnet. Darüber freuen sich auch IG Metall-Mann Wolfgang Niclas (l.), Michael Zink (7.v.l.) und SPD-Fraktionsvorsitzender Florian Janik (9.v.l.). © privat


Das Rahmenprogramm gestaltete das Musikerduo Chabeso ganz im Stil der 50er-Jahre. Das Duo Chabeso hielt für die Eröffnung der diesjährigen Preisverleihung etwas ganz Besonderes bereit: Das Lied „Man in Black“ von Jonny Cash, mit dem er ein ewiges Wahrzeichen für alle setzte, die im Leben nichts als Schmerz erfuhren, inhaftiert wurden und in Kriegen starben. Jonny Cash kündigte an, solange Trauer zu tragen, bis die Welt freundlicher geworden ist.

„Es gibt noch viel zu tun“

Peter Zink formulierte diese Botschaft kämpferisch: „Engagiert euch! Es gibt noch so viel zu tun!“ Seit seinem zweiten Todestag 2006 verleihen die Familie Zink, die IG Metall und die SPD Erlangen einen Preis, der Jugendliche und junge Erwachsene ehrt, die sich dieser Einstellung verschrieben haben.

Den Preis erhielt in diesem Jahr die Hochschulgruppe von Amnesty International (bestehend aus: Friedmann Bumblies, Nicola Schmid, Fabian Brunner, Tobias Held, Svenja Dambon, Anna Dörges, Nadja Wenger, Richard Rathgeber, Eline Leen, Johannes Hartmann, Charlotte Sautie und Arne Gretsmühlen). Der Fraktionsvorsitzende des Stadtrats Florian Janik lobte in seiner Laudatio: „Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit kreativen Aktionen schafft die Hochschulgruppe ein Bewusstsein für Menschenrechtsverletzungen“.

Genau diese kreative Art Menschen zu überzeugen und zu begeistern sei das, so der Fraktionsvorsitzende, was die Hochschulgruppe mit dem Namensgeber des Preises verbinde.

Von Peter Zinks Leben und den Werten berichtet auch sein Sohn Michael Zink. Bereits mit 14 Jahren trat Peter Zink in die Jugendorganisation der SAJ ein und engagierte sich auch noch, als die Nationalsozialisten längst die Oberhand gewonnen hatten. Der Mann, der unter den Nazis für einige Monate im Konzentrationslager Dachau inhaftiert war und über mehrere Jahre nicht in seinem Beruf arbeiten durfte, engagierte sich nach dem Krieg umso mehr für den Aufbau der Demokratie und das Wohl der Menschen. „Die vielen Auszeichnungen, die mein Vater für seine Arbeit erhielt“, erinnert sich der Sohn „stiegen ihm allerdings nie zu Kopf. Bis zuletzt war er ein freundlicher, hilfsbereiter und bodenständiger Mensch.“

Große Fußstapfen also, in die die Preisträger treten müssen. Die Hochschulgruppe überzeugte schließlich, da sie mit Ausstellungen, Straßentheater und Filmvorführungen auf Menschenrechtsverletzungen aufmerksam macht und zeigt, weshalb Menschen aus ihrer Heimat fliehen müssen. „An der Art wie Flüchtlinge behandelt werden, merkt man immer wieder, wie wichtig diese Aufklärungsarbeit ist“, sagt Florian Janik. Die Arbeit der Hochschulgruppe mache den Menschen bewusst, dass Asylbewerber nicht einfach aus einer Laune heraus ihre Heimat verließen.

Neue Aktion

Die Hochschulgruppe plant bereits für den 17. Januar die nächste Aktion: Sie zeigen im E-Werk der Film „Und dann der Regen“, der von der Unterdrückung indigener Völker handelt.

  

ANDREA PÄRSCHKE

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