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Pläne für Stadt-Umland-Bahn werden konkreter

StUB möglichst schnell, oder möglichst viele Fahrgäste? - 17.07.2018 08:52 Uhr

Die Pläne für die Stadt-Umland-Bahn werden immer konkreter. © Roland Fengler


Aus über 1000 Eingaben, die vom Zweckverband und von externen Planern vorbewertet wurden, hat der Zweckverband diskussionsfähige Trassenvorschläge erarbeitet. Mehr als die Hälfte aller Ideen, hat sich mit der Vorschlagstrasse - der sogenannten Referenzstrecke - beschäftigt oder andere bereits diskutierte Vorschläge aufgegriffen, 72 neue, teils kleinteilige Variantenideen wurden zu Beiträgen geformt. Ein weiteres Viertel hat zusätzliche Schienen-Äste ins Umland gefordert, insbesondere die Weiterverfolgung der Planungen für den Ostast über Buckenhof und Uttenreuth hinaus.

Beim jüngsten StUB-Dialogforum im Redoutensaal informierten sich rund 100 Teilnehmer über diesen Zwischenstand und diskutierten an zahlreichen Stellwänden die dort angepinnten Pläne im Detail. Der Zweckverband will auf diesem Weg ein Bündel Trassenvorschläge für das anstehende Raumordnungsverfahren sammeln, das den Detailplanungen vorgeschaltet ist.

Feste Kriterien entscheiden

Für die 72 Neu-Varianten, die bislang noch nicht diskutierte Punkte thematisiert hatten, hat der Zweckverband Vor- und Nachteile gegenüber der Referenztrasse abgeglichen. Die Bewertungen dieser Varianten waren daher das zentrale Thema des Abends.

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Auf jede dieser Varianten wurden elf Hauptkriterien, wie Reisezeit, Investitionen und Auswirkungen auf den Umweltverbund mit insgesamt 21 Unterkriterien angewendet. 20 Vorschläge aus der Bürgerschaft haben bei dem Bewertungsprozess so gut abgeschnitten, dass sie neben den 23 bereits bekannten Varianten weiterverfolgt werden. Darunter sind beispielsweise gleich mehrere Alternativen für den Bereich Tennenlohe oder auch eine alternative Regnitzquerung auf Höhe des Wöhrmühlstegs.

Details bekamen die Forumsteilnehmer an sechs Infoständen präsentiert, an denen sich auch die drei Oberbürgermeister Ulrich Maly, Florian Janik und German Hacker beteiligten. In allen drei Städten - Nürnberg, Erlangen und Herzogenaurach - ist der Grundkonflikt Schnelligkeit kontra Fahrgastaufkommen manifest, besonders lebhaft ist die Debatte um zusätzlich eingebrachte Vorschläge für den Bereich der Erlanger Regnitzquerung.

Als nächster Schritt folgt nun die vertiefte Bewertung der Vorschläge, die in der engeren Wahl sind, und eine ausgearbeitete bauliche Vorplanung. Am Ende soll die Linienführung stehen, welche als Vorzugstrasse in das Raumordnungsverfahren gehen wird. Die Verantwortlichen haben sich hierfür einen straffen Zeitplan gesetzt: Bereits zum vierten Dialog-Forum am 28. November sollen für die knapp 50 Alternativen die Abwägungen für das Raumordnungsverfahren vorliegen.

Vor dem großen Dialog-Forum für die Stadt-Umland-Bahn in Erlangen hatten sich Bürger aus Nürnberg und Erlangen mit einer Fahrrad-Tour über einen möglichen Trassenverlauf informiert. Allein in Tennenlohe (hier in der Sebastianstraße) sind mindestens drei Varianten denkbar. © Roland Fengler


Bei den Abweichungen von der Referenztrasse geht es auf Nürnberger Grund vor allem um die Frage, ob von der Haltestelle Am Wegfeld über Großgründlach nach Erlangen-Tennenlohe gefahren werden sollte, um die dortigen Fahrgäste zu erreichen. Für Tennenlohe liegen nicht weniger als drei Varianten vor, die den Ort entweder zentral durchfahren oder östlich wie westlich "streifen". Im Erlanger Stadtgebiet entzündet sich der Trassen-Streit noch um die Frage, ob und wie der Bahnhof angefahren werden soll und wie sich die Regnitztal-Querung anschließt. 

Auch die Anbindung der Innenstadt (via Hugenottenplatz) lässt noch Wünsche offen. Und in Herzogenaurach bleibt die Trasse durch die Nordstadt umstritten.

Für die drei Oberbürgermeister ist das Dialog-Forum trotz großen Aufwandes alternativlos, "da nur durch eingehende Bürgerbeteiligung ein möglichst optimaler Trassenverlauf gefunden werden kann", wie Erlangens OB Florian Janik überzeugt ist. Und Nürnbergs OB Ulrich Maly kommt zu einer Einsicht, die frühere OBs mit ihren U-Bahn-Plänen nicht hatten: "Der Verkehr gehört auf die Straße." Und, so am Beispiel der Partnerstadt Nizza: "Überall dort, wo Straßenbahnen gebaut werden, steigt die Lebensqualität." 

P. Millian

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