Mittwoch, 14.11.2018

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Platz für 14 neue Häuser in Marloffstein

Gemeinderat Marloffstein beschließt Aufstellung eines Bebauungsplans - 04.07.2018 16:30 Uhr

Hier am westlichen Ortsausgang von Adlitz hinter der bestehenden Bebauung am Weg hinauf zum Wasserturm soll das neue Wohngebiet entstehen. © Klaus-Dieter Schreiter


Weil im Gemeindeteil Adlitz offenbar Bedarf an Bauland besteht, das bislang als Baugebiet vorgesehene Gelände westlich der Bebauung an dem Weg hinauf zum Wasserturm aber nicht — wie ursprünglich geplant — komplett zur Verfügung steht, hat der Gemeinderat die Fläche, für die ein Bebauungsplan aufgestellt werden soll, neu definiert. Der alte Aufstellungsbeschluss wurde darum aufgehoben, und ein neuer gefasst, der nur noch die zur Verfügung stehenden Grundstücke umfasst.

Der Bauausschuss hat bereits über zwei Varianten diskutiert, eine Vorzugsvariante wurde dem Gemeinderat von einem Planungsbüro vorgestellt. Weil der Bauausschuss keine Beschlüsse fassen darf, wurde dieses Vorgehen von Dietrich Bloch (SPD) vehement beklagt. Die Vertreterin des Planungsbüros machte jedoch deutlich, dass die Unterschiede nur marginal sind und vor allem die vorgeschlagene Bebauung und das Wegerecht betreffen.

Straße in L-Form

Es ist eine sechs Meter breite öffentliche Straße geplant, die L-förmig von der Straße nach Atzelsberg her in das Baugebiet führt und in einem Wendehammer endet. 14 Einzelhäuser mit bis zu zwei Wohneinheiten könnten dort auf Grundstücken mit einer Größe von 520 bis 720 Quadratmetern errichtet werden.

Das Planungsbüro schlägt eine dreigeschossige Bauweise inklusive Keller vor, die maximal versiegelte Fläche auf einem Grundstück soll 40 Prozent (GFZ = 0,4) nicht übersteigen. Ob eine Fußweganbindung an den Weg hinauf zum Wasserturm möglich ist, soll noch geklärt werden.

Die Aufstellung des Bebauungsplanes will die Gemeinde im sogenannten "Beschleunigten Verfahren" durchführen. Dieses Verfahren hat der Gesetzgeber zur Erleichterung von Planungsvorhaben für die Innenentwicklung eingeführt. Damit besteht unter anderem keine Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung, was von Seiten der SPD kritisiert wurde. Da diese Möglichkeit nur noch bis Ende 2019 besteht möchte die Gemeinde das Verfahren nun schnell einleiten.

Details diskutiert

Zwar sollte erst einmal über die Aufstellung für den Bebauungsplan beschlossen werden, nicht jedoch über einzelne Festsetzungen. Es gab jedoch bereits erhebliche Diskussionen über Details, die Robert Kupfer (FW) dazu veranlassten, den Geschäftsordnungsantrag auf Beendigung der Diskussion und Abstimmung zu stellen. Schließlich wurde der Aufstellungsbeschluss mit acht gegen drei Stimmen gefasst.

Während der anschließenden Bürgerfragestunde wurde die Diskussion im Gemeinderat über den Aufstellungsbeschluss und der Beschluss selbst massiv kritisiert. "Ich bin erschrocken wie es bei euch zugeht", klagte ein Mann.

Ein anderer Zuhörer schlug gar vor, den Gemeinderat auf eine Bühne zu setzen und zwei Euro Eintritt zu verlangen. "Ihr beschließt, und wir müssen die Erschließung zahlen", schimpfte ein anderer.

Der Tenor war: Die Bürger und die betroffenen Grundstücksbesitzer sollten mehr in die Planungen eingebunden werden. Das wird allerdings spätestens dann geschehen, wenn die Bebauungspläne fertig sind und öffentlich ausgelegt werden. 

KLAUS-DIETER SCHREITER

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