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Platz fürs Garteln in der Stadt Erlangen

Rund ums alte Forstamt an der Universitätsstraße werden Beispiele zum "Urban Gardening" gezeigt - 23.04.2018 18:30 Uhr

Salat kann auch in einem Trog mit Nährlösung gedeihen, schilderte Forstdirektor Peter Pröbstle den interessierten Besuchern. © Fotos: Klaus-Dieter Schreiter


Gezeigt wird, mit welchen Systemen auf versiegelten und begrenzt zur Verfügung stehenden Flächen Gemüse und Kräuter angebaut werden können. "Wir wollen zeigen, dass es auch in einer engen Stadt möglich ist, Gemüse anzubauen und Natur zu erleben", sagt Forstdirektor Peter Pröbstle. In "seinem" engen Garten rund um das alte Forstamt an der Universitätsstraße haben seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit der Bayerischen Gartenakademie und dem Institut für Stadtgrün und Landschaftsbau an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim (LWG) Systeme installiert, die das demonstrieren.

Das Motto des Projekts: "Lust auf Gemüse in der Stadt". In stationären und mobilen Hochbeeten, in Pflanzsäcken und Pflanzkübeln wachsen Erdbeeren, in einem sogenannten "Kistengarten", der sogar auf einem kleinen Balkon Platz hat, sprießen Salate, Radieschen und Spinat, und in einer Bäckerkiste werden Schnittlauch, Petersilie und Dill gezogen.

Was sich kaum jemand vorstellen kann: An der Südwand des alten Forsthauses sind Gestelle vertikal montiert, in denen unter anderem Salate und Kohlrabi gedeihen. Es gibt fertige Systeme wie das sogenannte "Living Wall System", aber auch einfache Paletten kann man an die Wand hängen und sie bepflanzen. Dass Salate, Kohlrabi und Petersilie auch an einem Turm wachsen, der mit einer Fasermatte verkleidet ist, kann am Forstamt ebenfalls bestaunt werden.

Für versiegelte Flächen eignen sich auch sogenannte "hydroponische Systeme". Das Forstamt hat dafür einen großen Trog mit einer Nährlösung gefüllt und eine Folie mit Löchern drüber gedeckt. In diesen Löchern wächst Salat bodenunabhängig, gesund und sauber.

Der Garten um das Forstamt herum biete ganz typische Bedingungen für das "Gärtnern in der Stadt", sagt Peter Pröbstle, weil er schmal sei, wenig Platz biete und viele Teile im Schatten liegen würden. Was ihn besonders freut: Man kann von außen hinein schauen. Schon beim Aufbau hätten viele Studenten, die dort täglich vorbei gehen, den Garten besucht. Besucher sind dort jederzeit willkommen.

Der Leiter der Bayerischen Gartenakademie, Andreas Becker, der zur Vorstellung des Urban Gardening-Projekts gekommen war, hob vor allem den Demo-Gedanken hervor. Der Garten sei zum Lernen und Erfahrungsaustausch bestens geeignet und könne mithelfen, die Stadt in einen gemeinsamen, großen Garten zu verwandeln.

Oberbürgermeister Florian Janik, Schirmherr für das Projekt, meinte, die im Forstamt gezeigten Anbaumethoden könnten auch eine Antwort auf den Flächenfraß sein. "Es ist eine Chance für die Stadt, weil es so einfach ist". Auch den sozialen Aspekt, der durch gemeinsames Garteln entstehen kann, hob er hervor. 

KLAUS-DIETER SCHREITER

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